Von Berat nach Gjirokaster

Von Berat nach Gjirokaster

Auch mit dem Autocamp in Berat habe ich wieder einen Glücksgriff getan. Das Camp wird von Luan und seiner Frau Arta betrieben und die beiden sind nicht nur sehr nett und umtriebig, auch sehr ambitioniert. Vor 3 Jahren haben die beiden ihr kleines Weingut zu diesem Camp erweitert und es soll ab dem nächsten Jahr noch ein bisschen größer werden, weil die beiden in der Hochsaison schon Leute abweisen mussten, weil einfach nicht genügend Platz war. Luan hat jetzt noch ein Nachbargrundstück dazu gepachtet und dort schon Bäume gepflanzt, Rasenflächen angelegt und dieses Jahr sollen noch Sonnensegel und eine weitere Sanitäranlage dazu kommen. Kann man den beiden nur wünschen, dass ihre Investition sich lohnt. Auch ihnen habe ich bei Google Maps noch eine gute Bewertung gegeben, worüber sie sich gestern morgen sehr gefreut haben. Ich bekam übrigens von Luan ein Rasenplätzchen unter einem Olivenbaum, weil seiner Meinung nach die anderen Plätze zu wenig Schatten böten. Und abends würde es da mit Beleuchtung fast schon romantisch…

Nachdem ich vorgestern am späten Nachmittag noch einen Gang durch Berat gemacht habe, bin ich gestern morgen noch hoch auf den Berg gefahren, um ein Foto der Altstadt mitsamt Festung von Berat zu bekommen. Das klappte aber nicht so wie ich wollte, weil mir immer irgendein Haus dazwischen kam. Und während ich da so herumlief, kommt eine Frau aus einem der Häuser und fragt, wo ich herkomme und was ich da machen würde. Nach einer kurzen Unterhaltung meinte sie dann, ich soll hereinkommen um von ihrem Grundstück aus ein Foto zu machen. Was ich dann auch getan habe… Wenig später wurde ich von ihr und ihrem Mann noch zu einem Kaffee eingeladen. Nach einem Abschiedsfoto mit den beiden habe ich mich dann verabschiedet. Sehr nett, die beiden! Ein Freund meinte übrigens bei Facebook dass, wenn ein Albaner in Deutschland Häuser fotografieren würde, eher die Polizei gerufen würde. Sooo unrecht hat er da nicht, spricht allerdings eher für die Freundlichkeit der Menschen hier. Meine Meinung.

Berat wird übrigens oft als „Stadt der tausend Fenster“ bezeichnet und ist eine der ältesten und historischsten Städte Albaniens. Sie gehört übrigens auch zum UNESCO-Weltkulturerbe, aber da erzähle ich euch ja nichts neues. Neben der Altstadt liegt die Festung Berat, eine Burganlage aus dem 13. Jahrhundert, die tatsächlich bis heute bewohnt ist. In der Burg gibt es auch noch mehrere Kirchen, die ich allerdings bei meiner Besichtigungstour mal außen vor gelassen habe. Keinen Bock… Aber wenigstens habe ich noch ein paar Fotos gemacht, die gibt es hier

Auf der Fahrt von Berat zu meinem Tagesziel Gjirokaster habe ich dann mal wieder einen kleinen Umweg Richtung Küste gemacht, weil ich noch über den Llogarapass fahren wollte. Auch da habe ich unterwegs noch ein paar Fotos gemacht. Unterwegs, kurz nach der Ausfahrt habe ich übrigens das bisher eigenartigste Haus dieser Reise gesehen. Entdeckt habe ich es eher zufällig weil ich während ich vorbei fuhr dachte: „Wie zum Geier kommt ein Schiff in die Berge?“ 🤔 Und erst als ich umgedreht habe und zurück gefahren bin sah, dass sich da jemand ein ziemlich extravagantes, aber cooles Häuschen gebaut hat. Gestern am späten Nachmittag bin ich dann noch eine Runde durch Gjirokaster spaziert und wie es dann so kommt, lernt man wieder neue Leute kennen. Diesmal Peter und Julia – aus Bergheim. Quasi um die Ecke von Köln zu Hause. Die beiden sind auch mit dem Womo unterwegs und Peter hat mich dann noch zum Bierchen in deren Wohnmobil eingeladen dass, zufällig im gleichen Autocamp knappe 10 Meter von meiner Dackelhütte stand. Tja, und nach dem Abendessen habe ich dann noch eine ganze Zeit mit einem bayrischen Pärchen zusammen gesessen, weshalb dieser kleine Beitrag hier auch heute erst erscheint.

Heute ist geplant, den Ohridsee zu erreichen, es könnte allerdings auch sein, dass ich unterwegs noch irgendwo hängen bleibe. Albanien ist nämlich ein wirklich schönes Land und wer weiß, was unterwegs noch auf mich wartet. Ich werde auf jeden Fall mal durch die Berge düsen und heute Abend oder spätestens morgen früh werden wir dann wissen, in welche Ecke Albaniens es mich verschlagen hat. Der Ohridsee ist dann auch das vorerst letzte Ziel hier im Land, anschließend geht es zuerst nach Nord Mazedonien und dann noch in den Kosovo, bevor ich dann nach Griechenland weiter reise. Dort werde ich dann auf meinen Kumpel Rama warten, der dann aus Frankfurt hier herunter kommt. Und zusammen werden wir dann zu Thomas nach Athen fahren, wir 3 sind ja vergangenes Jahr zusammen in Kirgistan gewesen. Und ich freue mich schon, die beiden Weggefährten wieder zu treffen. Aber das dauert noch ein bisschen… Bis dahin, Grüße aus Albanien.

Über Tirana nach Berat

Über Tirana nach Berat

Die Fahrt mit der Fähre von Koman nach Fierze hat mich ja schon begeistert, der für mich noch schönere Teil des Tages folgte aber noch. Ich hatte mir von Fierze aus eine schöne Strecke durch die Berge zum Zielort Velipoja an der Küste Albaniens ausgesucht, zwar ein ‚kleiner‘ Umweg, doch ich sollte nicht enttäuscht werden. Streckenlänge ca. 215 Kilometer, die meisten davon wirklich grotteneinsam. Alle 20 Kilometer war mal ein verstecktes Haus zu sehen und zweimal bin ich durch eine Ansammlung von ein paar Häusern gefahren, die man mit viel gutem Willen als Dorf bezeichnen könnte. Aber dafür eine supergeile Strecke. Bis auf die letzten knapp 15 Kilometer nur Kurven, Kurven, Kurven. Dazu ging es mal wieder über 1000 Meter Höhe und dann wieder abwärts. Gut, bei den Straßen musste man etwas aufpassen, teilweise tiefe Verwerfungen im Teer, das waren kleine Sprungchancen. In einer engen Rechtskurve habe ich fast den Sittich gemacht, weil mir auf der Hinterlassenschaft tierischen Nutzviehs das Hinterrad etwas weggerutscht ist und vielleicht 10 Kilometer weiter hätte ich, diesmal nach einer engen Linkskurve, fast ein paar Nachzügler einer Ziegenherde gemetzelt. Aber bis auf diese beiden etwas heiklen Momente hatte ich ein fettes Dauergrinsen im Gesicht. Ich fahre ja nun auch schon ein paar Tage Motorrad, aber so eine lange Kurvenstrecke hatte ich noch nie unter den Reifen. Insgesamt habe ich viermal eine kurze Pause eingelegt und war jedesmal klatschnass geschwitzt. Aber es war es wert! Der erste Screenshot zeigt ungefähr 20 Kilometer der Strecke, den Rest der genau so aussah müsst ihr euch dazu denken.

Gegen 17.30 Uhr bin ich im Autocamp Familija in Velipoja, etwa 30 km südlich von Shkoder an der Küste angekommen. Zwischenzeitlich hatte sich Toni Brey bei mir gemeldet und mir geschrieben, dass er auf dem Weg vom Kosovo nach Albanien sei und sich mit mir treffen wollte. Es könnte aber etwas später werden… Den Toni habe ich vergangenes Jahr in der Mongolei kennengelernt, wir waren im gleichen Hostel in Ulaanbataar. Im Januar haben wir uns während der Motorradmesse in Köln nochmals getroffen und u.a. beim Lommi noch ein paar Bierchen zusammen getrunken. Gegen 20.30 Uhr kam Toni an und wie man es nicht anders kennt, ist er wieder durch sämtliche Schlammlöcher des Balkans gefegt. Natürlich haben wir dann erstmal ein paar Bierchen und ein paar Raki zusammen genommen, die man übrigens aus Fässern am Empfang selbst zapfen konnte. Zettel lag auf dem Tisch, aufgeschrieben, Vertrauen gegen Vertrauen. 👍

Es wurde dann auch etwas länger und Toni hat sich später kurzentschlossen im Schlafsack neben den Billardtisch gebettet, was Jehona, eines der Mädels am Empfang, am nächsten Morgen fast fassungslos mit einem „Oh my god!“ zur Kenntnis nahm. Nachdem Toni am Morgen noch seine Drohnenaufnahmen und Fotos gesichert hatte, ist er nach 9 Uhr auch schon wieder abgerauscht, weil er am Samstag daheim in Bayern noch einen Termin hat. Auch wenn es nur ein kurzer Besuch war, hab ich mich wirklich gefreut, dass Urviech mal wieder zu treffen. Tja, und ich habe mir gestern mal einen ‚faulen‘ Tag gemacht. Fotos gesichert, bisschen was geschrieben usw. Der Campingplatz war im übrigen wirklich erste Sahne, der beste den ich bisher auf dem Balkan erlebt habe. Blitzsauber, was man leider von vielen Gegenden – gerade hier in Albanien – nicht wirklich behaupten kann. Aber über das offensichtliche Müllproblem des Landes hatte ich bei Facebook schon geschrieben, das Fass muss ich hier nicht noch einmal aufmachen. Ein an das Camp angeschlossenes Restaurant und ein Markt rundeten im übrigen das Angebot ab, das ganze zu sehr zuvilen Preisen. Top!

Gestern morgen bin ich dann zuerst mal nach Tirana gefahren und habe mich dort etwas umgesehen. Nun, Tirana ist eher eine moderne Stadt, mit schönen und weniger schönen Ecken, genau wie bei uns auch. Die Temperaturen (34°) haben mich jetzt nicht gerade ermutigt, einen besonders ausschweifenden Stadtrundgang zu machen, aber wenigstens für ein paar Fotos hat es gereicht. Die könnt ihr euch hier ansehen. In der nächsten Kreisstadt Elbasan wollte ich mich dann mal nach einer neuen Gaskartusche umsehen, allerdings verstanden die örtlichen Gemischtwarenhändler wohl meine albanischen Ausführungen nicht und wollten mir immer große Propangasflaschen verkaufen. Beim dritten Händler habe ich dann aufgegeben, wobei das Angebot an sich sehr umfangreich ist.

Nachmittags bin ich dann weiter nach Süden gefahren und gegen 17 Uhr in Berat angekommen. Auch hier habe ich ein nettes Autocamp gefunden, am Rande eines Weinbergs. Und wie im letzten Camp eine sehr saubere Anlage mit einem sehr umtriebigen Gastgeber. Begrüßt wurde ich mit einer Schale Weintrauben und dem allgegenwärtigen Raki. Wobei der von vielen selbst gebrannt wird und der Rachenputzer gestern ließ mich dann schon mal leicht hüsteln. Gestern Abend habe ich in dem kleinen angrenzenden Restaurant im Camp noch gegessen, diesmal mal wieder fleischlos. Gegrillte Auberginen, sehr lecker. Dazu noch etwas gemischtes Gemüse und leider gab es nach dem Essen noch einen Rachenputzer. Ich hoffe nur, dass ich gleich zum Käffchen nicht noch einen trinken muss… 🙄 Nachher werde ich mich hier noch etwas umsehen und u.a. noch zur Festung hochfahren, bevor ich mich dann auf den Weg noch weiter südlich, nach Gjirokastra, mache. Eventuell mache ich vorher noch einen Abstecher an die Küste nach Vlore, dass entscheide ich kurzfristig. Das war es dann erstmal, Grüße aus Albanien.

Von Theth über Shkoder zum Koman-See

Von Theth über Shkoder zum Koman-See

Ich habe dann schließlich 3 Übernachtungen in dem schnuckligen Autocamp vor Theth gemacht. Darco hat von mir auch noch eine gute Bewertung bei Google Maps bekommen, der Platz ist einfach, wie die meisten in Albanien, aber sauber und die komplette Familie ist sehr freundlich und hilfsbereit. Und dazu diese grandiose Aussicht… Bevor ich allerdings wieder abgefahren bin, habe ich mit meiner Campernachbarin Maria aus Südtirol noch eine 20-km-Wanderung in der Umgebung von Theth gemacht. Eigentlich wollte ich mir ja hier keinen Stress machen, aber das Mariechen hat mich am Abend zuvor so beim Abendessen bequatscht, dass ich schließlich zugesagt habe. Die Gegend war wirklich toll, allerdings war von den 20 Kilometern kein einziger Meter in der waagerechten, es ging nur rauf und runter. 🥴 Naja, wenigstens habe ich noch ein paar Fotos machen können, die könnt ihr euch hier ansehen.

Am Montag bin ich dann aus den Bergen in Theth wieder auf Meereshöhe nach Shkoder gefahren. Um es kurz zu machen: Eigentlich wollte ich etwas länger durch die Stadt gehen und mir alles ansehen. Allerdings habe ich vor lauter Touristen kaum die Stadt sehen können. Dazu Verkehr aus der Hölle, weshalb ich The Big 1 vor einem Laden abgestellt habe und einen Stadtrundgang im Schnelldurchgang gemacht habe. Und ich habe es innerhalb von knapp 2 Stunden geschafft, sogar Fotos zu machen, wo keine Menschenseele drauf zu sehen ist. Nennt mich Foto-Gott. 😎 Bei meiner Rückkehr zum Motorrad habe ich aber ganz nett gedampft, denn die dicken Mopedklamotten sind bei knapp 30° eher suboptimal. Ich also gleich in den Laden gestampft, vor dem ich geparkt hatte. Der Laden war halb Supermarkt, halb Wohnzimmer – die Verkäuferin/Eigentümerin hatte einen Fernseher laufen, auf dem eine Talkshow lief. Und sie saß auf einer Plüsch-Couch… Als ich vor ihr stand, zeigte sie gleich zum Ende des Raumes und meinte: „Coke, Water, Beer. All cold!“ Und fügte an: „Moto? Hot!“ Ich hab nur geknickt, das musste als Antwort reichen. Manchmal braucht es nicht mehr. Ich habe mir dann 2 Flaschen gekauft, die eine halb leer getrunken und mir den Rest hinten in den Kragen gekippt. Tat gut… Anschließend bin ich bei der Ausfahrt aus der Stadt noch kurz zur Festung Rozafa gefahren und habe mich dann wieder vom Acker gemacht. Ein paar Bilder aus Shkkoder gibt es hier.

Der Plan war eigentlich, in Shkoder oder näherer Umgebung zu übernachten und von dort aus am nächsten Morgen zum Koman-See zu fahren. Dann habe ich mir mal die Route angesehen und festgestellt, dass ich bis dahin gut 120 Kilometer, allerdings 4,5 Stunden Fahrzeit durch die Berge hatte. Die gebuchte Fähre fuhr allerdings schon am nächsten Morgen um 9 Uhr los, wobei man 45 Minuten vorher dort sein sollte. Also habe ich mich mal wieder bei Google Maps umgesehen und ein kleines Autocamp etwa 3 Kilometer vor dem Fähranleger gefunden. Tja, und dahin habe ich mich dann auf den Weg gemacht. Die Strecke durch die Berge war toll, nur hatte das Frollein A. – kennt ihr ja sicher noch vom vergangenen Jahr – mir gesagt, dass die letzten etwa 25 Kilometer meistens nur aus Schotterpiste bestehen würde. Naja, eigentlich kein großes Problem, geht eben nicht so schnell wie auf Teer. Umso größer war meine Überraschung, dass ich eine perfekt neu geteerte Straße vorfand, an der noch teilweise Leitplanken montiert wurden. Selbst Fahrbahnmarkierungen waren noch nicht aufgemalt.

Vor dem Autocamp führt eine Brücke zur anderen Seite, bis dahin bin ich dann mal gefahren, weil wohl die Koordinaten nicht so hundertprozentig gestimmt haben. Kommt schon mal vor… Als ich wieder zurück auf die andere (richtige) Seite geschickt wurde, trugen Arbeiter gerade eine Bitumenschicht auf einer Seite der Fahrbahn auf. Um es vorweg zu nehmen: Wir hatten uns abends im Autocamp über ungewohnte Geräusche gewundert. Als wir zu mehreren am nächsten Morgen zur Anlegestelle fuhren, war auch die Brücke komplett neu geteert. Das war die Geräuschkulisse vom Vorabend. Das kleine ‚Autocamp‘ war im übrigen der Obstgarten und der Weinberg einer Familie. 5 Wohnmobile und meine Dackelhütte, da war der Garten voll. Aber saubere Sanitäranlagen gab es und ein sehr leckeres Abendessen, ein halbes Hühnchen, Bratkartoffeln, gegrillte Auberginen und einen ziemlich großen gemischten Salat. Umgerechnet 5 € plus Übernachtung zu 7 €, Büchse Bier 1,20 €. Kann man nicht schimpfen… Noch dazu gab es einen Swimmingpool, in dem ich abends den Astralkörper auch mal getaucht habe.

Gestern bin ich schon wieder sehr früh gegen halb 6 aufgewacht. Nach einem Käffchen und leichter Körperhygiene habe ich dann schon mal alles wieder abgebaut und eingepackt. So saß ich dann schon um Viertel vor 7 wieder fertig auf einer Bank im Garten. Meine Campernachbarn aus Brandenburg haben mich dann noch auf ein weiteres Käffchen eingeladen und zusammen sind wir dann um halb 8 die 3 Kilometer bis zum Anleger gefahren. Der liegt quasi direkt an der Staumauer des Koman-Sees. Die letzten etwa 200 Meter führen durch einen einspurigen Tunnel und dann steht man auf einem etwa 100 qm² großen Betonpodest. Für die Tunnelnutzung haben die schlauen Albaner übrigens nochmal kassiert, ich war mit 2 € dabei, Wohnmobile drücken 7 € ab. Und es war gut, dass wir so früh waren! ‚Unsere‘ Fähre Berisha lag direkt vor uns, auf mich kam ein Männlein zu und fragte „Do you have a ticket?“ Ich bejahte und wurde gleich auf die Fähre durchgeleitet. Außer mir standen dort nur die Bikes von 2 Polen. Etwa auf halber Schiffshöhe kam ein 2. Männlein, ich musste absteigen und er rangierte The Big 1 routiniert rückwärts in die Ecke zu den beiden anderen Motorrädern.

Die Autos und Wohnmobile müssen allerdings auf dem Betonpodest gewendet werden und rückwärts auf die Fähre fahren. Bei 3 nebeneinander liegenden Auto- und mehreren Personenfähren entsteht dort dann innerhalb kürzester Zeit ein munteres organisiertes Chaos. Alleine wenn man sieht, wie die folgenden Motorräder in jede freie Ecke gerückt und geschoben werden, da konnte einem Angst und Bange werden. Zwischen Bordwand und den Autos links und rechts vielleicht 5 cm Abstand, zwischen hintereinander stehenden Fahrzeugen eher weniger. Wirklich jeder Zentimeter wird dort ausgenutzt! Ich hatte das Glück, dass The Big 1 an der Bordwand hinten stand, bei unserer Ankunft in Fierze standen einige Motorräder aber so verkeilt ineinander, dass die Fahrer kaum aufsteigen konnten. Ein einmaliges Schauspiel, dass aber offensichtlich ohne Kratzer oder Beulen über die Bühne ging. Die Knaben wissen was Sache ist!

Gegen 9.15 Uhr haben wir quasi im Schiffsverband abgelegt. Die Fahrt dauerte zweieinhalb Stunden durch eine tolle Landschaft, fast eins zu eins mit einem norwegischen Fjord vergleichbar. Ein tolles Erlebnis und ich hätte mir wirklich ins Sitzfleisch gebissen, wenn ich mir das hätte entgehen lassen. Für uns, Moped und ich, kostete der Transport übrigens knapp 30 €, größere Fahrzeuge werden ausgemessen und nach Quadratmeter abgerechnet. Meine netten Nachbar-Wohnmobilisten aus dem Obstgarten mussten z.B. 140 € in die Kasse des Fährbetreibers einzahlen. Aber es lohnt sich wirklich, tolles Erlebnis und supertolle Landschaft. Ein paar Fotos gibt es hier und anschließend noch ein kurzes Video.

Von der anschließenden Fahrt vom Zielort Fierze durch die Berge an die Küste Albaniens erzähle ich euch im nächsten Beitrag, sonst wird das hier zu ausschweifend. Dafür gibt es hier noch ein paar Fotos von unterwegs. Genug gearbeitet für heute, an meinem Ruhetag trinke ich mir jetzt lieber nochn Bierchen. Grüße aus Albanien.