Wandertag im Pindos-Nationalpark

Wandertag im Pindos-Nationalpark

Heute bin ich schon ziemlich früh in den nördlich von Ioannina gelegenen Pindos-Nationalpark gefahren, der knapp über eine Stunde Fahrzeit entfernt liegt. Der Nationalpark ist nicht nur für seine riesigen Waldgebiete bekannt, sondern auch für die Vikos-Schlucht, die nach dem Grand Canyon zweittiefste Schlucht der Welt, zumindest im Verhältnis zu ihrer Breite, ist. Ein Rekord auf den die Griechen mächtig stolz sind… Ebenso gibt es hier noch mehrere schöne historische Steinbrücken und die Zagori-Region, die für ihre traditionellen Steindörfer bekannt ist, die wirklich malerisch in den Bergen liegen. Die aber manchmal im Winter auch von der Außenwelt abgeschnitten sind, wie ich heute erfahren habe.

Und es scheint auch ein Paradies für Wanderer zu sein, heute so ab 10 Uhr sind mir wahre Heerscharen begegnet. Ich habe mich dann heute auch mal auf einen der gut markierten Wanderwege zwischen den Dörfern begeben und ich muss sagen: Die Gegend hat schon was. 👍 Bei mir standen dann am Ende knapp über 15 Kilometer Strecke auf der Uhr und weil die meisten der Wege im Wald verliefen, waren auch die Temperaturen sehr erträglich. In den Dörfern gibt es übrigens viele Möglichkeiten um mal etwas zu trinken oder auch zu essen. Ich habe mir unterwegs ein Käffchen und ein äußerst leckeres Stück Kuchen im Glas genehmigt, schließlich musste ich die mindestens 17000 Kalorien, die ich während meiner Wanderung investiert hatte, ja zumindest etwas wieder ins Gleichgewicht bringen. 😎 Falls es mal jemand hierher ziehen sollte, der sollte sich aber nach Möglichkeit in einem Hotel oder einem der angebotenen privaten Zimmer einmieten. Wild campen ist nicht nur verboten, eventuell auch gesundheitsgefährdend. Denn hier gibt es noch Bären, Wölfe und auch Luchse. Und Schlangen, wenigstens davon habe ich auch eine gesehen. Nicht bekannt ist mir, ob auch die nicht nur hier äußerst häufig vorkommende griechische Landschildkröte gefährlich werden kann.

Insgesamt aber ein Ausflug, der sich wirklich gelohnt hat. Morgen werde ich nochmal in Ioannina auf die Pirsch gehen, u.a. möchte ich mir dem Boot zu der kleinen Insel im See fahren. Heute habe ich auch wieder Fotos gemacht, die gibt es hier. Und morgen Abend werde ich nochmal mit meinem Kumpel Rama telefonieren und sehen, wo er mittlerweile gelandet ist. Eventuell fahre ich dann am Freitag wieder an die Küste, grobe Richtung Igoumenitsa, und werde dann dort warten bis er eintrifft und wir zusammen nach Athen weiterfahren können. Das war es für heute, Grüße aus Ioannina.

Ioannina

Ioannina

Ioannina, der Name wird eigentlich „Janina“ ausgesprochen, ist die Hauptstadt der Region Epirus im Nordwesten Griechenlands. Ioannina ist etwa 60 Kilometer von der albanischen Grenze und etwa 80 Kilometer von der westlich liegenden Hafenstadt Igoumenitsa entfernt, von der u.a. Fähren zur Insel Korfu und nach Italien fahren. Die Stadt hat etwa 65000 Einwohner und liegt am Ufer des Pamvotida-Sees. Außer einer osmanischen Festung mit integrierter Moschee und die pittoreske Altstadt mit ihren teils schon etwas baufällig wirkenden alten Häuschen hat die Stadt jetzt nicht so viel zu bieten, dafür aber das Umland, dass ich in den nächsten paar Tagen auch noch erkunden werde. Ziele werden da unter anderem die Zagorochoria-Dörfer und die Vikos-Schlucht sein, aber natürlich habe ich mir Ioannina heute auch angesehen. Durch das die Stadt umgebende Pindos-Gebirge, durch das ich auf der Fahrt von Meteora hierher auch gefahren bin, herrscht hier übrigens ein recht angenehmes Klima und allgemein wird es hier nicht ganz so heiß wie im übrigen Griechenland. Das hat mir Kostas, der Vermieter meines Appartements, verraten und ich will hoffen, dass er nicht gelogen hat.

Hauptsächlich warte ich hier in Ioannina noch auf meinen Kumpel Rama, der heute noch in Bosnien ist und langsam auf Sarajevo zusteuern dürfte. Ich habe mit Kostas ausgemacht, dass ich wahrscheinlich für 3 oder 4 Tage hier sein werde, könnte aber zur Not auch noch verlängern. Schaun mer mal… Wir sind ja nicht im Stress und auch nicht auf der Flucht. 😎 Gestern habe ich im Supermarkt um die Ecke noch etwas eingekauft, so langsam kommt mir nämlich das Restaurant-Essen an den Ohren heraus. Gestern Abend z.B. gab es kleine Küche: 2 Mettwürstchen mit Spiegelei. Und für heute Abend werde ich mir mal etwas aus dem See brutzeln, um 17.30 Uhr soll ich bei einem der ansässigen Fischer sein. Hat auch Kostas vermittelt, pfiffiges Kerlchen!

Gestern Abend und heute Vormittag habe ich dann mal einen Gang durch die Stadt gemacht. Vom Appartement führt eine Straße etwa 2 Kilometer immer schön am See entlang direkt bis zur Festung. Die Burg von Ioannina (Kastro) ist die älteste byzantinische Burg Griechenlands. Sie ist sogar noch bewohnt und im Inneren gibt es u.a. noch das byzantinische Museum sowie die Aslan-Pascha-Moschee. In der bunten Altstadt mit ihren vielen kleinen Gässchen habe ich manchmal gedacht, dass so einige Gebäude doch unmöglich noch genutzt werden. Doch auf dem Rückweg zum Appartement habe ich dann gesehen, dass hinter den mit Graffiti ‚verzierten‘ und mit Plakaten beklebten Rolltoren tatsächlich überall noch Geschäfte waren. U.a. gibt es hier in der Stadt noch sehr viele Kunsthandwerker und die Silberschmiede besitzen einen sehr guten Ruf. Einige Fotos von meinem Spaziergang könnt ihr euch hier ansehen. Da wir ja hier in Griechenland eine Stunde Vorsprung haben, muss ich mich jetzt mal um meinen Fisch kümmern, Grüße aus Ioannina.

Meteora/Thessalien

Meteora/Thessalien

Gestern morgen bin ich von Korinos erstmal zum höchsten griechischen Berg, dem Olymp, hochgefahren. Bis zu einem offiziellen Parkplatz auf etwa 1300 Metern Höhe ist die Straße asphaltiert, danach begann dann eine ziemlich holprige Schotterstrecke und als ich knapp unter 2000 Metern Höhe an einer Hütte ankam, habe ich erfahren dass das eigentlich ein Wanderweg ist. Naja, mir ist kein Wanderer begegnet also gilt der Weg jetzt als Straße. 😎 Der Wirt der die Hütte betreibt hat mir dann noch erzählt, das man von der Südseite sogar auf 2600 Meter Höhe fahren kann, allerdings nur mit Genehmigung, weil dort ein militärisches Sperrgebiet ist. Also habe ich mich nach 2 Käffchen wieder auf den Rückweg gemacht und mich bergab auf einem ziemlich groben Stückchen fast noch auf die Nulpe gelegt, weil ich da wohl etwas zu forsch unterwegs war. Die asphaltierte Strecke ist übrigens nicht nur landschaftlich sehr schön, auf dem Schotterstück hab ich allerdings nur Bäume gesehen.

Von dort aus ging es dann nochmal etwa 170 Kilometer bis Kalambaka, wiederum überwiegend durch die Berge. 1986 bin ich zum ersten und bisher auch einzigen Mal an den Meteora-Klöstern in Thessalien gewesen. Und ich muss sagen, seither hat sich hier eine Menge getan. Damals gab es nämlich hier außer den beiden Dörfern im Umkreis von etwa 50 Kilometern nichts außer Bäumen und Sträuchern. Noch nicht einmal eine durchgehend befestigte Straße führte hierher und was heute elektrische Seilzüge erledigen, wurde damals noch mit Muskelkraft geschafft, nämlich die Mönche einschließlich der Dinge die sie benötigten, in Körben in schwindelnde Höhen zu ziehen. Naja, aber auch Mönche machen sich heutzutage eben schon die Technik zu nutze. Es war spektakulär anzusehen und mich hätten die buchstäblichen 10 Pferde niemals in so einen Korb bekommen. Und diese Klöster, von den ursprünglichen 24 thronen nun noch 6 auf riesigen Sandsteinfelsen und sie sind völlig zu Recht ein UNESCO-Weltkulturerbe. Ich denke ja bei solchen Bauwerken immer daran, welche Arbeit dahinter gesteckt haben muss, alleine das ganze Baumaterial auf die teils sehr schmalen Felsen zu bekommen. 😳

Die Klöster liegen in der Nähe der Stadt Kalambaka und des Dorfes Kastraki. Heutzutage kann man alle Klöster gegen eine kleine Eintrittsgebühr besichtigen. 1986 könnte man nur ein Kloster besichtigen, in allen anderen lebten Eremiten, die keinen Besuch duldeten. Heute leben in einem Kloster sogar Nonnen. Heute führen in den Stein gehauene Treppen zu den Gebäuden, damals nur Körbe oder abenteuerliche Leiterkonstruktionen bis in 40 oder 50 Meter Höhe. Da wurde einem schon beim hinsehen schlecht… 😳 Übrigens wird man es nicht schaffen, alle Klöster an einem Tag zu besuchen, denn jedes Kloster hat an einem bestimmten Wochentag geschlossen. Ebenso gilt hier ein strikter Dresscode, Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Hier in Kalambaka habe ich wieder einen schönen Campingplatz gefunden, hier ist alles im nahen Umkreis vorhanden, Geschäfte, Restaurants, Bistros, Bars. Seit meinem letzten Besuch hat sich hier wirklich einiges verändert…

Gestern Abend bin ich noch etwas durch Kalambaka spaziert und heute morgen dann zur ‚großen Klosterrunde‘ gestartet. 2 der Klöster habe ich dann auch im Schweiße meines Angesichts erklommen, als dann gegen 9 Uhr der große Reisebus-Touristenstrom begann, bin ich dann mit The Big 1 zu den bekannten Foto-Hotspots gefahren, um auch Bilder von den anderen Klöstern zu bekommen. Aber erstaunlicherweise ist hier nicht so viel Betrieb wie ich befürchtet hatte. Nachdem ich nun alle Fotos mal gesichtet habe, habe ich eine Auswahl für euch in die Galerie gepackt. Mein nächstes Reiseziel wird in oder zumindest der Umgebung von Ioannina sein, wo ich dann auf den Herrn Ünlü warte, der sich mittlerweile von Deutschland aus auf den Weg in den Süden gemacht hat. Und wenn er nicht unterwegs irgendwo eingeschlafen ist, wird er wohl in den nächsten Tagen auch ankommen. Ich genehmige mir in der Zwischenzeit etwas Freizeit. Man liest sich, Grüße aus Kalambaka.