MotoCamp Bulgaria in Idilevo

MotoCamp Bulgaria in Idilevo

Gestern stand eine relativ kurze Fahrt durch die Berge an, eigentlich nur knapp 160 Kilometer von Sofia bis zum MotoCamp Bulgaria in dem kleinen Örtchen Idilivo, östlich der Hauptstadt gelegen. Ich habe dann ein paar mehr Abstecher nach links und rechts gemacht und noch knappe 90 Kilometer drauf gepackt, weil mir die Gegend hier in den Bergen so gut gefallen hat. Trotzdem bin ich schon relativ zeitig um kurz nach 13 Uhr am MotoCamp angekommen und außer Pavel und Jon aus Rumänien war niemand da. Da es im Camp auch Zimmer zu vermieten gibt, habe ich mir gleich mal eines geordert. Für 25 € die Nacht blieb die Dackelhütte verpackt. Nach 3 Begrüßungsbierchen mit den beiden Rumänen habe ich mich dann erstmal abgeseilt, bevor das um die Mittagszeit schon zum Besäufnis ausgeufert wäre. Das war auch keine schlechte Entscheidung, denn im Laufe des Nachmittags trudelten noch Gianni und Lorenzo aus Brescia, Luis mit Sohn Lucas aus Spanien und Tim aus Passau ein. Um es kurz zu machen: Es wurde noch ein sehr gemütlicher und länger Abend!

Nachher werde ich dann erstmal bis hinter Pitesti in Rumänien weiterfahren, nochmals etwa 270 Kilometer. Dort soll es einen schönen Campingplatz geben. Das Navi gibt als Fahrzeit knapp 5 Stunden an, deshalb werde ich kurzfristig entscheiden, ob ich die Transfăgărășan noch heute fahre oder noch eine Übernachtung einplane. Hängt auch davon ab, wie schnell ich über die Grenze komme… Ich will ja erst Ende nächster Woche wieder daheim sein, deshalb kann ich mir noch etwas Zeit nehmen. Und die Transfăgărășan ist auch nicht gerade in einer Stunde weggebügelt, mit ein paar Fotopausen kann man da schon locker 4-5 Stunden einplanen. Falls ich mich danach nicht mehr melden sollte, bin ich eventuell von einem Bären verputzt worden, die gibt es da nämlich reichlich. Unterwegs habe ich gestern nichts geknipst, aber es gibt hier noch ein paar Fotos aus dem urigen MotoCamp. Grüße aus Bulgarien. 👋

Sofia

Sofia

Gestern Abend habe ich mit Ben und Lindsay, meinen Zimmernachbarn hier im Green House, noch einen etwas ausgedehnteren Zug durch die Gemeinde gemacht und das Abendleben in Sofia erkundet. Und ich muss sagen: Hier ist ganz schön der Bär los! 👍 Meine Zimmernachbarn kommen aus dem schönen Wisconsin und erkunden gerade Europa als Backpacker. Die nächste und auch letzte Station der beiden wird die Türkei sein, von wo sie dann auch wieder nach Hause in die Staaten fliegen. Wenn Ben allerdings weiter so am Bier nascht wie gestern Abend, dann habe ich doch Zweifel ob die beiden nochmal nach Hause kommen, denn heute morgen hat er sich nach eigener Aussage gefühlt, als wäre er von einem Auto überfahren worden. Tja, trinken mit Amateuren, immer wieder lustig…

Ich bin dann heute früh zu einem Stadtbummel aufgebrochen und ich muss sagen: Hat sich gelohnt, dass ich über Sofia gefahren bin. Eigentlich stand die Stadt schon im vergangenen Jahr bei #roadtomongolia2025 auf dem Reiseplan, weil Frollein A. von Rumänien aus aber lieber direkt ans Schwarze Meer wollte, haben wir Sofia ersatzlos gestrichen. Was mir besonders aufgefallen ist, das Sofia im Gegensatz zu vielen Städten des Balkans sehr sauber ist, auch heute am Sonntag wuselten hier wieder eine Menge Kehrmännchen durch die Stadt. Zudem hatte ich wieder das ‚Glück‘, das mein kleines Hotel im Zentrum quasi von einigen Sehenswürdigkeiten umgeben ist. Sofia hat rund 1,3 Millionen Einwohner, ist damit etwas größer als Köln und auch die größte Stadt Bulgariens. Sie liegt im Westen des Landes, direkt am sehr schönen Witoscha-Gebirge. Sofia ist übrigens eine der ältesten dauerhaft besiedelten Städte Europas. Das hat heute zumindest eine Stadtführerin einer Reisegruppe erzählt und ich gebe es jetzt mal ungeprüft so weiter in der Hoffnung, dass sie nicht gelogen hat. Zur Römerzeit hieß die Stadt im übrigen Serdica und war ein bedeutendes Verwaltungszentrum des Römischen Reiches. Und das Sofia die Hauptstadt von Bulgarien ist, brauche ich ja wohl niemandem mehr zu erzählen.

Noch ein Wort zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Da sticht vor allem die beeindruckende Alexander-Newski-Kathedrale, die als eines der Wahrzeichen Bulgariens gilt, heraus. Ich bin gestern bei meiner Ankunft nicht nur daran vorbei gefahren, sondern auch gleich mal reingegangen. Die Kathedrale habe ich heute übrigens gleich nochmal besucht, sie liegt auch nur knapp 500 Meter vom Hotel entfernt. Die antiken römischen Ruinen von Serdica hier im Stadtzentrum, die teilweise in eine moderne Metro-Station integriert wurden, sind noch erwähnenswert, genauso wie die Banja-Baschi-Moschee aus der osmanischen Zeit, auch gleich hier um die Ecke. Dazu noch einige imposante Gebäude rings um den Präsidentenpalast, der Vitosha-Boulevard, Sofias beliebte Einkaufs- und Flaniermeile, eine Unzahl an weiteren Kirchen, die ich mir allerdings nicht alle angesehen habe. Mit Ausnahme noch der St. Georgs-Rotunde Kirche, die versteckt in einem Innenhof hinter dem Hotel Balkan liegt und die als das älteste vollständig erhaltene Gebäude Bulgariens gilt.

Heute Abend, wenn es hoffentlich wieder etwas abgekühlt hat, werde ich mit dem amerikanischen Pärchen noch etwas futtern gehen, wir haben bei unserem kleinen Zug durch die Gemeinde am gestrigen Abend ein türkisches Restaurant hier in der Nähe entdeckt. Und morgen früh werde ich durch die Berge fahren und dem Motocamp Bulgaria noch einen Besuch mit Übernachtung abstatten, bevor ich dann übermorgen nach Rumänien weiterfahre. Und zum Schluss gibt es noch eine Menge Fotos aus Sofia. Grüße aus Bulgarien. 👋

Über Edirne und Plowdiw nach Sofia

Über Edirne und Plowdiw nach Sofia

Gestern morgen bin ich ganz früh aufgestanden und schon um 10 nach 5 vom Hotel in der Istanbuler Altstadt Sultanahmet losgefahren. Und es war wirklich ganz wenig Verkehr, selbst um diese frühe Uhrzeit hatte ich eigentlich deutlich mehr erwartet. Als ich Istanbul dann nach 55 Kilometern endgültig verlassen hatte, lagen noch etwa 220 Kilometer Landstraße auf dem Weg nach Edirne vor mir. Die Straße verläuft fast parallel zur Autobahn, ließ sich prima fahren und auch hier hielt sich der Verkehr in Grenzen. Und was im Weg war, wurde überholt… 😎 Schon um 9 Uhr bin ich in Edirne angekommen und gleich ein bisschen durch die Stadt gelaufen und gefahren. Edirne ist jetzt nicht gerade ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht, aber ein paar Motive habe ich schon gefunden, die ihr euch hier ansehen könnt. Edirne ist eine historische Stadt im Nordwesten der Türkei, nahe der griechischen und bulgarischen Grenze. Sie war vor Istanbul die Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Mit ihren 400.000 Einwohnern wirkte sie auf mich, verglichen mit dem riesigen 20-Millionen-Einwohner-Molloch Istanbul, fast idyllisch. Sehenswert auf jeden Fall die Selimiye-Moschee, auch eines der vielen UNESCO-Weltkulturerbe der Türkei, die historischen Basare sowie noch einiges an Architektur aus der osmanischen Zeit.

Nach meinem kleinen Stadtrundgang bin ich dann knappe 10 Kilometer weiter bis zur Grenze gefahren. Mein Freund Levent Baki hatte mich in Istanbul gewarnt, dass es dort ziemlich voll sein könnte. Es war auch einiges los, allerdings habe ich mich gleich ganz außen an den 8!! Reihen mit Autos vorbei geschlichen, kurze Passkontrolle und schwupps war der Hannes durch. Bei den bulgarischen Kollegen wurde ich gleich nach vorne gewinkt, ein Blick auf meine Fahrzeugpapiere geworfen und in 20 Minuten war ich in Bulgarien. Dürfte für diesen Grenzübergang fast rekordverdächtig sein… Anschließend bin ich dann noch gute 160 Kilometer weiter bis Plowdiw gefahren. Nach einer Dusche und einem kleinen Abendessen in einem der zahlreichen Futterstände in der Umgebung des Hotels bin ich dann noch ein Stündchen durch die Stadt gegangen. Allerdings wurde der Abend nicht lang, schließlich war ich ziemlich früh aufgestanden und lange auf den Beinen. Und die Hitze des Tages hatte mich auch ziemlich schlapp gemacht. Einen kleinen Stadtrundgang habe ich dann heute Vormittag gemacht, bei doch noch deutlich angenehmeren Temperaturen.

Plowdiw ist die zweitgrößte Stadt Bulgariens und gilt als eine der ältesten durchgehend bewohnten Städte Europas. Sie liegt etwa 140 km südöstlich von Sofia und hat rund 330.000 Einwohner. Wenn man Plowdiw jetzt noch nicht gesehen hat, dann muss nicht gleich Selbstmord begehen. Aber zum Beispiel das historische Römische Theater, dass noch heute für Konzerte genutzt wird und die Altstadt mit ihren Kopfsteinpflastergassen und den farbenfrohen Häusern aus der bulgarischen Wiedergeburtszeit sind schon sehenswert. Auch in Plowdiw habe ich natürlich ein paar Fotos gemacht, die gibt es hier. Am frühen Nachmittag bin ich eben in Sofia angekommen und das dürfte wieder eine Steigerung an Sehenswertem sein. Auf dem Weg zum Hotel bin ich u.a an der imposanten Alexander-Newski-Kathedrale vorbei gefahren und die sieht nicht nur von außen gut aus weil ich davor stehe, auch von innen ist sie sehr schön.

Im Umkreis meines kleinen, grünen schnuckligen aber sehr gemütlichen Hotels, dass in einem versteckten Hinterhof im Zentrum von Sofia liegt, gibt es noch mehr sehenswertes. Das werde ich mir aber erst morgen ansehen, da habe ich noch einen ganzen Tag für eingeplant. Ein schönes Wochenende und Grüße aus Bulgarien. 👋