Meteora/Thessalien

Meteora/Thessalien

Gestern morgen bin ich von Korinos erstmal zum höchsten griechischen Berg, dem Olymp, hochgefahren. Bis zu einem offiziellen Parkplatz auf etwa 1300 Metern Höhe ist die Straße asphaltiert, danach begann dann eine ziemlich holprige Schotterstrecke und als ich knapp unter 2000 Metern Höhe an einer Hütte ankam, habe ich erfahren dass das eigentlich ein Wanderweg ist. Naja, mir ist kein Wanderer begegnet also gilt der Weg jetzt als Straße. 😎 Der Wirt der die Hütte betreibt hat mir dann noch erzählt, das man von der Südseite sogar auf 2600 Meter Höhe fahren kann, allerdings nur mit Genehmigung, weil dort ein militärisches Sperrgebiet ist. Also habe ich mich nach 2 Käffchen wieder auf den Rückweg gemacht und mich bergab auf einem ziemlich groben Stückchen fast noch auf die Nulpe gelegt, weil ich da wohl etwas zu forsch unterwegs war. Die asphaltierte Strecke ist übrigens nicht nur landschaftlich sehr schön, auf dem Schotterstück hab ich allerdings nur Bäume gesehen.

Von dort aus ging es dann nochmal etwa 170 Kilometer bis Kalambaka, wiederum überwiegend durch die Berge. 1986 bin ich zum ersten und bisher auch einzigen Mal an den Meteora-Klöstern in Thessalien gewesen. Und ich muss sagen, seither hat sich hier eine Menge getan. Damals gab es nämlich hier außer den beiden Dörfern im Umkreis von etwa 50 Kilometern nichts außer Bäumen und Sträuchern. Noch nicht einmal eine durchgehend befestigte Straße führte hierher und was heute elektrische Seilzüge erledigen, wurde damals noch mit Muskelkraft geschafft, nämlich die Mönche einschließlich der Dinge die sie benötigten, in Körben in schwindelnde Höhen zu ziehen. Naja, aber auch Mönche machen sich heutzutage eben schon die Technik zu nutze. Es war spektakulär anzusehen und mich hätten die buchstäblichen 10 Pferde niemals in so einen Korb bekommen. Und diese Klöster, von den ursprünglichen 24 thronen nun noch 6 auf riesigen Sandsteinfelsen und sie sind völlig zu Recht ein UNESCO-Weltkulturerbe. Ich denke ja bei solchen Bauwerken immer daran, welche Arbeit dahinter gesteckt haben muss, alleine das ganze Baumaterial auf die teils sehr schmalen Felsen zu bekommen. 😳

Die Klöster liegen in der Nähe der Stadt Kalambaka und des Dorfes Kastraki. Heutzutage kann man alle Klöster gegen eine kleine Eintrittsgebühr besichtigen. 1986 könnte man nur ein Kloster besichtigen, in allen anderen lebten Eremiten, die keinen Besuch duldeten. Heute leben in einem Kloster sogar Nonnen. Heute führen in den Stein gehauene Treppen zu den Gebäuden, damals nur Körbe oder abenteuerliche Leiterkonstruktionen bis in 40 oder 50 Meter Höhe. Da wurde einem schon beim hinsehen schlecht… 😳 Übrigens wird man es nicht schaffen, alle Klöster an einem Tag zu besuchen, denn jedes Kloster hat an einem bestimmten Wochentag geschlossen. Ebenso gilt hier ein strikter Dresscode, Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Hier in Kalambaka habe ich wieder einen schönen Campingplatz gefunden, hier ist alles im nahen Umkreis vorhanden, Geschäfte, Restaurants, Bistros, Bars. Seit meinem letzten Besuch hat sich hier wirklich einiges verändert…

Gestern Abend bin ich noch etwas durch Kalambaka spaziert und heute morgen dann zur ‚großen Klosterrunde‘ gestartet. 2 der Klöster habe ich dann auch im Schweiße meines Angesichts erklommen, als dann gegen 9 Uhr der große Reisebus-Touristenstrom begann, bin ich dann mit The Big 1 zu den bekannten Foto-Hotspots gefahren, um auch Bilder von den anderen Klöstern zu bekommen. Aber erstaunlicherweise ist hier nicht so viel Betrieb wie ich befürchtet hatte. Nachdem ich nun alle Fotos mal gesichtet habe, habe ich eine Auswahl für euch in die Galerie gepackt. Mein nächstes Reiseziel wird in oder zumindest der Umgebung von Ioannina sein, wo ich dann auf den Herrn Ünlü warte, der sich mittlerweile von Deutschland aus auf den Weg in den Süden gemacht hat. Und wenn er nicht unterwegs irgendwo eingeschlafen ist, wird er wohl in den nächsten Tagen auch ankommen. Ich genehmige mir in der Zwischenzeit etwas Freizeit. Man liest sich, Grüße aus Kalambaka.

Über Thessaloniki bis fast zum Olymp

Über Thessaloniki bis fast zum Olymp

Gestern morgen habe ich mich vom Campingplatz in Epanomi auf den relativ nahen Weg nach Thessaloniki gemacht. Ohne den Stadtverkehr hätte ich die Strecke locker in 30 Minuten zurückgelegt, ich habe aber eineinhalb Stunden bis ins Zentrum benötigt. Und mich dabei schon nicht immer an die Verkehrsregeln gehalten… 😎 Naja, hier sieht man das etwas entspannter. Zuerst einmal bin ich im Zentrum spazieren gegangen, habe mir sogar 2 Kirchen auch von innen angesehen, hier mal ein Foto gemacht und da mal ein Foto gemacht. Und als mir dann in der dicken Motorradhose das Wasser so langsam zwischen den beiden leicht überproportionierten Backen von Nord nach Süd lief, da hatte ich die Schnauze voll von Besichtigungen. Es war einfach zu heiß. 🥴 Weil ich aber auch noch ein Foto mit einem Blick über die Stadt haben wollte, bin ich dann wenigstens noch zur Festung Heptapyrgion hochgedüst. Und habe dann noch einen so halbwegs vernünftigen Blick über die Stadt erhaschen können.

Thessaloniki ist die zweitgrößte Stadt des Landes und auch das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Region Makedonien. Das noch relativ moderne Zentrum wurde nach einem Brand vor über 100 Jahren schachbrettartig neu aufgebaut: Eine kilometerlange Uferpromenade, jede Menge Flaniermeilen, eigentlich ziemlich großen und trotzdem – wie ich selbst feststellen durfte – überlasteten Verkehrsachsen und im Zentrumsbereich mit dichtbebauten Wohnblöcken. Natürlich gibt es auch hier zahlreiche Cafés, Bars und Restaurants und in schöner Regelmäßigkeit liegen dazwischen römische Ruinen, byzantinische Kirchen und auch noch viele osmanische Bauwerke, ganz so als hätte der olle Göttervater Zeus vom nahen Olymp herunter gesehen und bestimmt: „Das muss so!“ Auf dem höchsten Punkt der Stadt befindet sich noch die schon erwähnte Festung mit Stadtmauern und einem Blick über die ‚Thermaische Bucht‘, quasi einem Fjord in der Ägäis. Damit ihr wenigstens einen kleinen Eindruck von Thessaloniki bekommt, gibt es hier ein paar Fotos. Mit Sicherheit gibt es in der Stadt noch viel mehr sehenswertes, aber dazu konnte ich mich gestern nicht mehr aufraffen.

Ich bin dann um die Mittagszeit noch etwa 80 Kilometer weiter, u.a. vorbei an einer großen Kolonie Flamingos bis zu einem wieder sehr schönen Appartement für eine Nacht gefahren, habe dort den Astralkörper nochmal kurz notgewassert und bin anschließend dann noch für einen zweistündigen Kurzbesuch zu meinem alten Zockerkollegen Willi gefahren, der etwa 15 Minuten vom Appartement entfernt gerade Urlaub macht. War auch mal wieder schön, sich auf Deutsch unterhalten zu können. Gestern Abend habe ich mir dann noch eine Route für heute ins Navi geklöppelt, Zuerst werde ich heute auf den nahen Olymp fahren und sehen, wer von den alten griechischen Göttern gerade Dienst hat. Der Gipfel selbst ist natürlich mit dem Motorrad nicht zu erreichen, aber bis auf etwa 1900 Meter Höhe soll es eine asphaltierte Straße geben und bis auf etwa 2400 Meter kann man auf unbefestigten Wegen durch Wald und Büsche fahren. Die letzten dann noch fehlenden etwa 600 Meter werde ich mir dann aber mangels Bergsteigerausrüstung verkneifen.

Und sollte ich den Rückweg vom Olymp wieder finden, dann fahre ich noch etwa 180 Kilometer weiter bis zu den bekannten Felsenklöstern in Meteora. Geplant ist da wieder Camping, muss ich mir aber erstmal aus der Nähe ansehen. So der Plan… Ich mache mich dann mal auf die Socken, ich habe nämlich eine Verabredung mit den Göttern. Grüße (noch) aus Korinos. 👋

In Griechenland angekommen

In Griechenland angekommen

Erwartungsgemäß verlief auch der Grenzübertritt von Nordmazedonien nach Griechenland ziemlich zügig. Während der mazedonische Zöllner wenigstens noch Reisepass und Fahrzeugschein kontrollierte, begnügte sich sein griechischer Kollege mit einem Blick auf mein Nummernschild und ließ dann ein knappes ‚Go‘ verlauten. Willkommen in der EU. Ich hatte mir am Tag zuvor eine Strecke durch die Berge herausgesucht, u. a. über den alten Katara-Pass, der mit einigen spektakulären Verwerfungen und auch Erdrutschen aufwartete. Zwischendrin mal wieder schottrigen Abschnitte, aber nichts was jetzt nicht passierbar war. Insgesamt war es zwar ein kleiner Umweg, der sich aber in jedem Fall gelohnt hat. Gegen Mittag habe ich dann Thessaloniki erreicht, die zweitgrößte Stadt Griechenlands, mit ihrem Ballungsraum ungefähr so groß wie meine Heimatstadt Köln.

Der Verkehr ist allerdings – zumindest gefühlt – zigmal extremer. Zudem stand ich buchstäblich an wirklich jeder roten Ampel und von denen gibt es im Innenstadtbereich reichlich. Allerdings haben die hellenischen Verkehrsplaner von ‚Grüner Welle‘ höchstens mal gelesen und das noch nicht einmal verstanden. Da die Straße aber auch zu einem großen Teil direkt am Meer entlang führt, habe ich dann mal zum auslüften angehalten. Stop and Go bei weit über 30° und dicken Klamotten über dem Pelz machen nicht wirklich Spaß. 🥴 Etwa 30 Kilometer weiter habe ich dann einen Campingplatz direkt am Meer gefunden, schön gepflegt, Restaurant, kleiner Market, Gartenbar, alles perfekt. Allerdings rufen die griechischen Besitzer auch stolze Preise auf, so z.B. Zelt, Motorrad und ich, eine Übernachtung 40€. Das ist schon ein guter Kurs, da übernachtet es sich in der Eifel billiger und wahrscheinlich sogar in festem Gemäuer. Und die Wohnmobilisten die hier stehen, dürfen sogar den doppelten Kurs in die Tasche des Eigentümers stecken. Da bekommt man auch schon ein nettes Hotelzimmer für… Aber Angebot und Nachfrage regelt den Preis und ich habe trotzdem mal 2 Übernachtungen festgemacht.

Gestern habe ich dann nur noch den faulen Hubäät gemacht und konnte mich nachmittags nur noch zu einem kurzen Strandspaziergang und abends einem kurzen Rundgang im nahen Städtchen aufraffen. Dafür aber mit Sonnenuntergang, für die Romantiker. Den Strandspaziergang habe ich heute früh nochmal wiederholt, etwa 4 Kilometer hin und zurück. Und lediglich ein paar morgendliche Schwimmer ließen sich sehen, wobei sich der Andrang hier erfreulicherweise noch sehr in Grenzen hält. Das dürfte spätestens im nächsten Monat schon ganz anders aussehen… Um die Mittagszeit habe ich dann noch eine etwa dreistündige Erkundungsfahrt durch die angrenzenden Berge und zu einigen wirklich toll gelegenen und ebenfalls noch ziemlich leeren Buchten gemacht. Gut, ich bin jetzt nicht so der Typ Sonnenanbeter, aber die dürften hier ihr Eldorado finden. Einige Bilder habe ich unterwegs gemacht und mit ein paar Schnappschüssen von der gestrigen Fahrt könnt ihr euch die Fotos hier ansehen.

Morgen früh werde ich dann ziemlich früh nach Thessaloniki fahren und mich dort wenigstens ein bisschen umsehen. Für ausgiebigere Erkundigungen fehlt mir bei den Temperaturen der Drang aber um ein paar halbwegs brauchbare Fotos zu knipsen, wird der Antrieb schon noch reichen. Anschließend wollte ich dann eigentlich nach Meteora zu den weltbekannten Felsenklöstern weiterfahren, aber es gibt mal wieder eine Planänderung. Denn mein alter Kumpel und langjähriger Zockerkollege Willi macht quasi genau gegenüber von mir gerade Urlaub. Und da Katerini auf dem Weg zu den Meteorenklöstern liegt, bietet sich ein kleiner Besuch geradezu an. Also habe ich mir kurzfristig in seiner Nähe noch eine Übernachtung in einem Appartement gebucht und werde mich morgen mit ihm in Katerini treffen. Die Klöster werden dann erst übermorgen auf dem Plan stehen. Hier in Griechenland ist es ja im Moment zumindest noch etwas erträglicher als daheim aber ihr solltet trotzdem aufpassen, beim lesen dieses kleinen Beitrags nicht das Display voll zu tropfen. In diesem Sinne: Grüße aus Epanomi. 👋