Von Igoumenitsa über den Peleponnes nach Athen

Von Igoumenitsa über den Peleponnes nach Athen

Nach 2 Tagen faulenzen ging es dann von Igoumenitsa aus wieder weiter. Etwas früher als erwartet war dann auch schon mein Kumpel Ramazan Ünlü auf dem Campingplatz eingetroffen und ab jetzt sind wir dann wieder zu zweit unterwegs. Wir haben uns vergangenes Jahr in Osch/Kirgistan kennengelernt und sind dort auch einige Zeit zusammen gefahren. Am vergangenen Montag haben wir uns dann auf den Weg nach Athen gemacht, geplant waren 2 Tagesetappen, weil wir uns unterwegs auch noch etwas ansehen wollten. Die erste Etappe war etwa 250 Kilometer lang und führte uns fast durchgehend an der Küste entlang bis kurz hinter Patras auf dem Peloponnes. Dort haben wir einen schönen Campingplatz direkt am Meer gefunden. Und es gab 3 Dinge, die uns dort besonders gefallen haben. Zum ersten unser Abendessen unter der riesigen Krone eines uralten Olivenbaumes mit toller Aussicht auf Patras und das Meer. Und dann noch die sehr eindrucksvollen Sonnenauf- und Sonnenuntergänge, einfach traumhaft schön.

Am Dienstag waren zuerst einmal etwa 100 Kilometer Landstraße, wiederum überwiegend am Meer entlang, zurückzulegen. Nach gut 1,5 Stunden kamen wir dann an den historischen Ausgrabungsstätten von Olympia an. Olympia ist das antike Heiligtum des Zeus auf der Halbinsel Peloponnes und auch der Geburtsort der Olympischen Spiele. Das sehr weitläufige Areal gehört ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Etwa 2 Stunden sind wir bei Bullenhitze mit unseren dicken Motorradhosen über das wirklich riesige Gelände gegangen. Und obwohl natürlich keiner der ehemals wirklich großen Tempelanlagen mehr in ihrem Ursprung zu erkennen ist, waren wir über die schiere Masse und die Ausmaße doch ziemlich erstaunt. Ein wirklich interessanter Rundgang, auch wenn wir später froh waren, zumindest wieder etwas Fahrtwind zu spüren. Denn bei dem Wetter war schmoren im eigenen Saft angesagt… 🥴 Eine Auswahl an Fotos aus Olympia gibt es hier. Den nächsten Stop hatten wir dann für den Kanal von Korinth geplant, etwa 220 Kilometer Strecke, überwiegend durch die Berge des Peleponnes, lagen da noch vor uns.

Für die Strecke haben wir knapp 5 Stunden benötigt, denn zum einen war es teilweise wunderschön kurvig, zum anderen auch öfter mal mächtig eng. Dazu wieder eine tolle Landschaft, einsam gelegene Gebirgsdörfer und es ging ausnahmslos rauf und runter über mehrere Pässe des Peleponnes. Und auf etwa 1300 Meter Höhe waren die Temperaturen auch erträglich. Natürlich haben wir auch häufiger mal angehalten um Fotos zu machen und so kamen wir erst gegen 17 Uhr am Kanal von Korinth an. Dort haben wir uns dann in einem Café erstmal einen Cappuccino geschlabbert und wir hatten das Glück, gleich noch beobachten zu können, wie die Brücke wegen dem Schiffsverkehr abgesenkt wurde. Die anderen Brücken die den Kanal überspannen sind alle hoch, diese aber wird für jedes Schiff oder Boot was den Kanal passiert, abgesenkt. Nach einer guten halben Stunde habe ich dann Kumpel Rama gedrängt, dass wir auch noch nach Athen müssten und es lagen noch knapp über 90 Kilometer Strecke und gute eineinhalb Stunden Fahrzeit vor uns. Wir sind dann zu unseren direkt an der Brücke stehenden Motorrädern gegangen, während Rama mir etwas erzählte.

Und er erzählte und erzählte und hörte überhaupt nicht mehr auf zu erzählen. Bis ich dann nochmal zur Weiterfahrt gedrängt habe. Und dann kam was kommen musste, wir fuhren vor die Brücke, eine Ampel sprang auf Rot, die Schranke wurde abgesenkt und die Brücke wurde wieder abgesenkt. Manchmal passiert nur ein Schiff den Kanal, dann dauert der Vorgang etwa 10-12 Minuten und man kann wieder über die Brücke fahren. Hat sich der Schiffsverkehr allerdings aufgestaut, dann dauert es auch schon mal länger. Die Tafel an der Brücke zeigte bei uns 65 Minuten 🥴 an und auf Nachfrage im Café wurde uns die Zeit auch bestätigt, plus minus 2 Minuten hieß es. Na toll, der Planet brannte und Kollege Labersack war sich keiner Schuld bewusst…

Ich habe mir dann den Weg zur nächsten Brücke ins Navi getippelt und so kamen wir doch noch ohne große Wartezeit weg. Und konnten von einer der hohen Brücken dann auch noch ein paar Fotos machen, was Kollege Ünlü dann zu der Aussage verleitete: „Siehste, ohne mich wären wir hier überhaupt nicht lang gefahren.“ Naja, man muss es sich nur richtig hinbiegen… Hier gibt es noch ein paar Fotos vom Kanal von Korinth. Lange Rede, kurzer Sinn, nachdem wir dann wieder an der Küste entlang nach gut einer weiteren Stunde Piräus erreicht hatten, war Athen schon fast in Sichtweite gekommen. Nachdem wir dann nochmal mit unserem Freund Thomas Penka telefoniert hatten, sind wir dann am Abend gegen 20.30 Uhr an unserem zentral gelegenen Appartement in Athen angekommen. 10 Minuten vom Café von Thomas entfernt und ebenfalls 10 Minuten von der Akropolis und weiteren Sehenswürdigkeiten, perfekt! Mit Thomas haben wir uns dann gleich für den nächsten Morgen zu einer ersten Sightseeing-Tour verabredet, aber davon erzähle ich dann im nächsten Beitrag. Grüße aus Griechenland.

Von Ioannina nach Igoumenitsa

Von Ioannina nach Igoumenitsa

Gestern bin ich dann von Ioannina an die Küste nach Igoumenitsa gefahren. Ich hatte mir vorher wieder eine Strecke durch die Berge ausgesucht, die zwar knapp 50 Kilometer länger, dafür aber landschaftlich schöner war als mal eben 100 Kilometer über die Autobahn zu fahren. Unterwegs habe ich dann auch häufiger angehalten, mal eine historische Brücke angesehen, eine Kapelle in einer Höhle, eine archäologische Ausgrabungsstätte und immer wieder diese kleinen Dörfer bestaunt, die in den Bergen zumeist ziemlich abgelegen liegen. Bei einigen dieser Dörfer habe ich mir mal die Zufahrten angesehen, zumeist Feldwege, nicht mehr. Muss ziemlich dort einsam sein, wenn auch in landschaftlich wunderschöner Umgebung. Und über den meisten Teil der gestrigen Strecke begegneten mir nur Kühe, Schafe und Ziegen. Und einige übereifrige Hütehunde, die mir dann doch einige Male ziemlich nah kamen. Naja, sie haben nur ihren Job gemacht…

Gegen Mittag bin ich in Igoumenitsa angekommen und habe dann gleich erstmal im Verkehr festgesteckt. Vor einem Kreisverkehr, von dem eine Straße zu einem der zahlreichen Fähranleger abging, lief nichts mehr. Ich habe mir das dann 10 Minuten angesehen, dann wurde es mir zu warm in der Sonne. Und habe den in Südeuropa für Zweiräder durchaus üblichen Fluchtweg über den Gehweg eingeschlagen. 😎 Der Campingplatz den ich mir ausgesucht hatte, liegt etwas außerhalb von Igoumenitsa und der war auch wieder ein Treffer. Direkt am Meer gelegen, terrassenförmig angelegt und mit eigenem kleinen Strand. Der, wie ich dann am Nachmittag festgestellt habe, auch noch erfreulich leer war. Meine Dackelhütte konnte ich auf einer Parzelle mit ein paar Olivenbäumen aufstellen, schön im Schatten. Übernachtung pro Nacht 18,50 €, das freut den Reiseetat. 😏

Und eigentlich hatte ich mich hier auf einen längeren Aufenthalt eingerichtet, um auf Ramazan Ünlü zu warten. Der schrieb mir aber gestern überraschend, dass er schon heute auch hier eintreffen würde. Ich vermute, dass er plötzlich entdeckt hat wo der Gasgriff ist, freue mich aber dass ich etwas schneller als geplant Gesellschaft bekomme. Ich gehe mal davon aus, dass wir morgen noch einen Tag hier verbringen werden und uns dann auf den weiteren Weg nach Athen machen, schaun mer mal… Grüße aus Griechenland und ein schönes Wochenende.

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Wandertag im Pindos-Nationalpark

Wandertag im Pindos-Nationalpark

Heute bin ich schon ziemlich früh in den nördlich von Ioannina gelegenen Pindos-Nationalpark gefahren, der knapp über eine Stunde Fahrzeit entfernt liegt. Der Nationalpark ist nicht nur für seine riesigen Waldgebiete bekannt, sondern auch für die Vikos-Schlucht, die nach dem Grand Canyon zweittiefste Schlucht der Welt, zumindest im Verhältnis zu ihrer Breite, ist. Ein Rekord auf den die Griechen mächtig stolz sind… Ebenso gibt es hier noch mehrere schöne historische Steinbrücken und die Zagori-Region, die für ihre traditionellen Steindörfer bekannt ist, die wirklich malerisch in den Bergen liegen. Die aber manchmal im Winter auch von der Außenwelt abgeschnitten sind, wie ich heute erfahren habe.

Und es scheint auch ein Paradies für Wanderer zu sein, heute so ab 10 Uhr sind mir wahre Heerscharen begegnet. Ich habe mich dann heute auch mal auf einen der gut markierten Wanderwege zwischen den Dörfern begeben und ich muss sagen: Die Gegend hat schon was. 👍 Bei mir standen dann am Ende knapp über 15 Kilometer Strecke auf der Uhr und weil die meisten der Wege im Wald verliefen, waren auch die Temperaturen sehr erträglich. In den Dörfern gibt es übrigens viele Möglichkeiten um mal etwas zu trinken oder auch zu essen. Ich habe mir unterwegs ein Käffchen und ein äußerst leckeres Stück Kuchen im Glas genehmigt, schließlich musste ich die mindestens 17000 Kalorien, die ich während meiner Wanderung investiert hatte, ja zumindest etwas wieder ins Gleichgewicht bringen. 😎 Falls es mal jemand hierher ziehen sollte, der sollte sich aber nach Möglichkeit in einem Hotel oder einem der angebotenen privaten Zimmer einmieten. Wild campen ist nicht nur verboten, eventuell auch gesundheitsgefährdend. Denn hier gibt es noch Bären, Wölfe und auch Luchse. Und Schlangen, wenigstens davon habe ich auch eine gesehen. Nicht bekannt ist mir, ob auch die nicht nur hier äußerst häufig vorkommende griechische Landschildkröte gefährlich werden kann.

Insgesamt aber ein Ausflug, der sich wirklich gelohnt hat. Morgen werde ich nochmal in Ioannina auf die Pirsch gehen, u.a. möchte ich mir dem Boot zu der kleinen Insel im See fahren. Heute habe ich auch wieder Fotos gemacht, die gibt es hier. Und morgen Abend werde ich nochmal mit meinem Kumpel Rama telefonieren und sehen, wo er mittlerweile gelandet ist. Eventuell fahre ich dann am Freitag wieder an die Küste, grobe Richtung Igoumenitsa, und werde dann dort warten bis er eintrifft und wir zusammen nach Athen weiterfahren können. Das war es für heute, Grüße aus Ioannina.