Ohrid am Ohridsee

Ohrid am Ohridsee

So, damit ich mit meinen Berichten und Fotos mal wieder aufholen kann, hier also noch aktuelles von heute. Im Gegensatz zu gestern war heute relativ wenig in der Stadt los. Der Menschenauflauf von gestern war wohl nur dem Sonntag geschuldet, wo natürlich auch viele Einheimische zum Ohridsee strömen. Deutschen Touristen läuft man hier, so zumindest mein Eindruck, sehr wenig über den Weg. Zumeist Engländer und die meisten aus dem nahen Griechenland. Keine Ahnung ob das in den Sommermonaten mehr werden, heute war es auf der Festung und in der Altstadt aber sehr überschaubar.

Ohrid ist die größte Stadt am Ohridsee im Südwesten Nordmazedoniens. Viele nennen sie die ‚Perle des Balkans‘ und das Städtchen hat sich noch vieles von seiner Ursprünglichkeit erhalten. Zwar gibt es auch im Bereich der Altstadt viele Läden die Souvenirs verkaufen aber das gehört nun einmal auch zum Tourismus dazu. Jeder möchte eben auch ein paar Denar verdienen. Im Hafen liegt eine wahre Armada von Booten, die Touren auf den See anbieten, die weitaus meisten davon hatten heute keine Kundschaft. In der Stadt kann man die Kirche Sveti Jovan Kaneo besichtigen, die auf einer Klippe direkt über dem See thront und die – wie man hört – eines der beliebtesten Fotomotive des Balkans ist und die ich gestern Abend und heute auch mehrmals im Sucher hatte.

Außerdem gibt es hier noch ein antikes Theater dass, wie mir meine Vermieterin erzählte, oft als Open-Air-Bühne für Festivals dient. Zur Festung des Zaren Samuil, von dem gleich mehrere Statuen in der Stadt verteilt sind, muss man etwas ‚klettern‘, wird dafür aber wenigstens mit einem schönen Panoramablick über die Stadt und den See belohnt. Die Altstadt von Ohrid hat, wie viele alte Städte auf dem Balkan, viele verwinkelte kleine Gassen und man kann dort immer noch traditionelle mazedonische Architektur und kleine, versteckte Kapellen entdecken, die keinem Neubau weichen mussten. Der Ohridsee selbst ist fast 3 Millionen Jahre alt (sagt Wikipedia) und gehört zu den ältesten und tiefsten Seen Europas und sein Wasser ist wirklich klar. Auf dem Weg von der albanischen Grenze bis hierher nach Ohrid bin ich übrigens noch in der ‚Bucht der Knochen‘ vorbei gefahren, wo ein prähistorisches Pfahlbaudorf nachgebaut ist. Die Besichtigung habe ich mir allerdings nicht gegeben, weil es dort vor Reisebussen nur so gewimmelt hat.

Allgemein kann man sagen, dass sich ein Besuch von Ohrid sicher lohnt. Für Aktivurlauber werden auch Dinge wie Reiten, Wandertouren, Paragliding und Tauchen angeboten, und das noch zu zivilen Preisen. Ich hatte hier 2 Übernachtungen in Ohrid gebucht, für 18 € die Nacht. Das Haus wurde erst vor 2 Jahren gebaut und liegt etwa einen Kilometer vom Stadtplatz an Hafen und Altstadt entfernt, also fußläufig bequem zu erreichen. Ein wirklich tolles Appartement mit Balkon und kleiner Küche, im Umkreis mehrere Restaurants, die hier sowieso reichlich vorhanden sind und auch sehr zivile Preise aufrufen. Obwohl hier schon deutlich mehr los ist wie an meinem letzten Aufenthaltsort Pogradec auf der albanischen Seite des Sees, ist der Ort bei weitem nicht so überlaufen wie z.B. bekannte Urlaubsorte an der Adria. Nachfolgend ein paar Fotos meines Appartements.

Falls mal jemand mit dem eigenen Fahrzeug hierher oder an einen anderen Urlaubsort in Nordmazedonien kommen sollte, unbedingt die internationale Versicherungskarte (früher Grüne Karte) mitführen! An der albanisch- mazedonischen Grenze war ein Schweizer Pärchen mit dem Wohnmobil vor mir, die wurden nicht durchgelassen. Ansonsten verlief die Abwicklung an der Grenze für mich easy, kein Betrieb, 2 Minuten und durch. Fotos habe ich gestern und heute reichlich gemacht, die gibt es hier. Ich werde nachher noch etwas ins Städtchen gehen und mir u.a. noch ein paar Infos zu Prizren, meinem nächsten Ziel im Kosovo, zu Gemüte führen. Dort habe ich mir auch schon ein Hotelzimmer im Zentrum für 2 Übernachtungen gebucht. Kostenpunkt für die 2 Nächte 58 €, das schont die Urlaubskasse. Das soll es für heute gewesen sein, Grüße aus Nordmazedonien.

Von Gjirokaster zum Ohridsee

Von Gjirokaster zum Ohridsee

In Gjirokaster habe ich abends und am Samstagmorgen noch eine kleine Besichtigungsrunde gemacht, immer genau richtig nach und vor dem großen Touristenstrom, der dort täglich mit Reisebussen angekarrt wird und durch die engen Gassen strömt. Gjirokaster oder auch Gjirokastra ist eine historische Stadt im Süden Albaniens. Sie ist als „Stadt der Steine“ bekannt und gehört aufgrund ihrer außergewöhnlichen osmanischen Architektur seit 2005 zum UNESCO-Welterbe. Überragt wird die Stadt von einer imposanten Festung aus dem 12. Jahrhundert, sehenswert sind aber auch einige osmanische Herrenhäuser. Etwas außerhalb der Stadt liegt in einem Tal die Ali-Pascha-Brücke, die ich mir auch von unten und oben angesehen habe. Und mein Highlight war ein giftgrüner alter Mercedes, der zu einem etwas ungewöhnlichen Cabrio umgebaut wurde, über den sich sicher jeder deutsche TÜV-Ingenieur freuen würde. Den findet ihr auch auf den Bildern aus der Stadt.

Gegen 10 Uhr habe ich mich dann auf den Weg zum Ohridsee im Osten Albaniens, an der Grenze zu Nordmazedonien, gemacht. Zuerst einmal bin ich ganz in den Süden des Landes, bis an die griechische Grenze gefahren, wo ich dann auch einige Male die ’normalen‘ Straßen verlassen habe und mir einen Weg ‚durch die Büsche‘ gesucht habe. In Albanien sieht es nämlich häufig so aus, dass die Verbindungsstraßen zwischen größeren Ortschaften asphaltiert sind, die Abzweige zu den kleinen Dörfern aber zumeist nur aus Feldwegen oder Schotterpisten bestehen. Und da war es unterwegs gar nicht so einfach, sich mal etwas zu trinken zu besorgen. Auch Tankstellen sind dort eher weitläufig verteilt und ich wundere mich immer, wie die Bewohner dieser Dörfer auch an Benzin oder Diesel kommen, um Fahrzeuge und Traktoren zu betanken.

In einem kleinen Ort am Ufer eines abgelegenen kleinen Sees, der noch nicht einmal bei Google Maps verzeichnet ist, saßen 2 Männer vor einem Haus und tranken Kaffee. Ich hätte es jetzt nicht unbedingt für einen Laden gehalten, trotzdem habe ich mal dort angehalten und mich zu den Männern gesetzt. Eine ältere Frau kam heraus, musterte meine Motorradjacke und sagte zu meinem Erstaunen auf Englisch: „To hot today!“ Ich nickte, und sie stellte mir ohne ein weiteres Wort ein Glas kaltes Wasser hin und ich bestellte noch einen Espresso bei ihr. Und während ich so da sitze kommt ein weiterer Mann vorbei, der einen Korb mit frischem Fisch, offenbar für das Restaurant, trägt. Er grinste mich an: „You take fish? Good for moto-driver.“ Ich überlegte kurz, wieso hier in der Pampa alle Englisch sprechen und wie genau Fisch gut für Motorradfahrer sein soll. Lehne dann aber höflich ab und bleibe bei der sicheren Variante Espresso.

Als ich später weitergefahren bin habe ich noch eine ganze Zeit überlegt, wie die Leute in dem wirklich ziemlich abgelegenen Dorf an ihre Sprachkenntnisse gelangt sind. Da war kein Tourismus erkennbar, nichts was auf Fremde hingewiesen hätte. Naja egal.. Der Espresso hat mich übrigens umgerechnet 20 Cent gekostet, in größeren Städten kostet er meist einen €. Am frühen Nachmittag bin ich dann am Südufer des Ohridsees, in Pogradec, angekommen. Auch hier habe ich mich wieder in einem noch relativ neuen Autocamp direkt am See eingemietet. Es war nicht viel los dort, der Fremdenverkehr in Albanien ist noch sehr nur auf die Küste ausgelegt. Gut für mich… Allerdings wird es nicht mehr lange dauern, bis auch hier an diesem wunderschön gelegenen See der Tourismus ausbricht. Die Grundlagen werden gerade gelegt, so ist gerade auf etwa 120 Kilometer Länge die Hauptstraße südlich und westlich des Sees in Teilen neu durch die Berge gesprengt und komplett neu asphaltiert worden. Es ist also nur eine Frage der Zeit…

Im Anschluss gibt verschiedene noch ein paar Fotos von unterwegs. Auch bei Instagram habe ich noch ein paar Fotos der Fahrt hochgeladen. In der Zwischenzeit bin ich ja schon auf der mazedonischen Seite des Ohridsees angelangt, darüber berichte ich dann im nächsten Beitrag.

Von Berat nach Gjirokaster

Von Berat nach Gjirokaster

Auch mit dem Autocamp in Berat habe ich wieder einen Glücksgriff getan. Das Camp wird von Luan und seiner Frau Arta betrieben und die beiden sind nicht nur sehr nett und umtriebig, auch sehr ambitioniert. Vor 3 Jahren haben die beiden ihr kleines Weingut zu diesem Camp erweitert und es soll ab dem nächsten Jahr noch ein bisschen größer werden, weil die beiden in der Hochsaison schon Leute abweisen mussten, weil einfach nicht genügend Platz war. Luan hat jetzt noch ein Nachbargrundstück dazu gepachtet und dort schon Bäume gepflanzt, Rasenflächen angelegt und dieses Jahr sollen noch Sonnensegel und eine weitere Sanitäranlage dazu kommen. Kann man den beiden nur wünschen, dass ihre Investition sich lohnt. Auch ihnen habe ich bei Google Maps noch eine gute Bewertung gegeben, worüber sie sich gestern morgen sehr gefreut haben. Ich bekam übrigens von Luan ein Rasenplätzchen unter einem Olivenbaum, weil seiner Meinung nach die anderen Plätze zu wenig Schatten böten. Und abends würde es da mit Beleuchtung fast schon romantisch…

Nachdem ich vorgestern am späten Nachmittag noch einen Gang durch Berat gemacht habe, bin ich gestern morgen noch hoch auf den Berg gefahren, um ein Foto der Altstadt mitsamt Festung von Berat zu bekommen. Das klappte aber nicht so wie ich wollte, weil mir immer irgendein Haus dazwischen kam. Und während ich da so herumlief, kommt eine Frau aus einem der Häuser und fragt, wo ich herkomme und was ich da machen würde. Nach einer kurzen Unterhaltung meinte sie dann, ich soll hereinkommen um von ihrem Grundstück aus ein Foto zu machen. Was ich dann auch getan habe… Wenig später wurde ich von ihr und ihrem Mann noch zu einem Kaffee eingeladen. Nach einem Abschiedsfoto mit den beiden habe ich mich dann verabschiedet. Sehr nett, die beiden! Ein Freund meinte übrigens bei Facebook dass, wenn ein Albaner in Deutschland Häuser fotografieren würde, eher die Polizei gerufen würde. Sooo unrecht hat er da nicht, spricht allerdings eher für die Freundlichkeit der Menschen hier. Meine Meinung.

Berat wird übrigens oft als „Stadt der tausend Fenster“ bezeichnet und ist eine der ältesten und historischsten Städte Albaniens. Sie gehört übrigens auch zum UNESCO-Weltkulturerbe, aber da erzähle ich euch ja nichts neues. Neben der Altstadt liegt die Festung Berat, eine Burganlage aus dem 13. Jahrhundert, die tatsächlich bis heute bewohnt ist. In der Burg gibt es auch noch mehrere Kirchen, die ich allerdings bei meiner Besichtigungstour mal außen vor gelassen habe. Keinen Bock… Aber wenigstens habe ich noch ein paar Fotos gemacht, die gibt es hier

Auf der Fahrt von Berat zu meinem Tagesziel Gjirokaster habe ich dann mal wieder einen kleinen Umweg Richtung Küste gemacht, weil ich noch über den Llogarapass fahren wollte. Auch da habe ich unterwegs noch ein paar Fotos gemacht. Unterwegs, kurz nach der Ausfahrt habe ich übrigens das bisher eigenartigste Haus dieser Reise gesehen. Entdeckt habe ich es eher zufällig weil ich während ich vorbei fuhr dachte: „Wie zum Geier kommt ein Schiff in die Berge?“ 🤔 Und erst als ich umgedreht habe und zurück gefahren bin sah, dass sich da jemand ein ziemlich extravagantes, aber cooles Häuschen gebaut hat. Gestern am späten Nachmittag bin ich dann noch eine Runde durch Gjirokaster spaziert und wie es dann so kommt, lernt man wieder neue Leute kennen. Diesmal Peter und Julia – aus Bergheim. Quasi um die Ecke von Köln zu Hause. Die beiden sind auch mit dem Womo unterwegs und Peter hat mich dann noch zum Bierchen in deren Wohnmobil eingeladen dass, zufällig im gleichen Autocamp knappe 10 Meter von meiner Dackelhütte stand. Tja, und nach dem Abendessen habe ich dann noch eine ganze Zeit mit einem bayrischen Pärchen zusammen gesessen, weshalb dieser kleine Beitrag hier auch heute erst erscheint.

Heute ist geplant, den Ohridsee zu erreichen, es könnte allerdings auch sein, dass ich unterwegs noch irgendwo hängen bleibe. Albanien ist nämlich ein wirklich schönes Land und wer weiß, was unterwegs noch auf mich wartet. Ich werde auf jeden Fall mal durch die Berge düsen und heute Abend oder spätestens morgen früh werden wir dann wissen, in welche Ecke Albaniens es mich verschlagen hat. Der Ohridsee ist dann auch das vorerst letzte Ziel hier im Land, anschließend geht es zuerst nach Nord Mazedonien und dann noch in den Kosovo, bevor ich dann nach Griechenland weiter reise. Dort werde ich dann auf meinen Kumpel Rama warten, der dann aus Frankfurt hier herunter kommt. Und zusammen werden wir dann zu Thomas nach Athen fahren, wir 3 sind ja vergangenes Jahr zusammen in Kirgistan gewesen. Und ich freue mich schon, die beiden Weggefährten wieder zu treffen. Aber das dauert noch ein bisschen… Bis dahin, Grüße aus Albanien.