Über Rijeka zu den Plitvicer Seen

Über Rijeka zu den Plitvicer Seen

Rijeka gilt jetzt nicht gerade als Perle der Adria, ist aber „die“ Hafenstadt Kroatiens an der Kvarner-Bucht. Auf dem Weg von Slowenien wollte ich – wie schon erwähnt – noch einen kurzen Abstecher ans Wasser machen und da lag Rijeka sozusagen auf dem Weg. Die Stadt liegt an der nördlichen Adria und gilt als das  wichtigste Seehandelszentrum des Landes. Rijeka ist mir eher bekannt für die Austragung zahlreicher Motorrad-GP-Rennen, die allerdings mit Beginn des Jugoslawienkrieges aus dem Veranstaltungskalender gestrichen wurde. Soweit ich informiert bin, findet auf dem Motodrom Grobnik aber immer noch ein Lauf zur Seitenwagen-WM statt. Zu den wenigen Sehenswürdigkeiten zählen das Kastell Trsat mit seiner Wallfahrtskirche und die Kathedrale des Heiligen Veit.

Da die heutige Etappe nur etwa 160 Kilometer lang war, habe ich mir in Rijeka dann etwas Zeit gelassen und einen Rundgang am Meer entlang und in der Altstadt gemacht. Und dann habe ich mal in meinen Reiseinfos geschmökert, die ich mir bei der Planung der Tour im Handy gebunkert habe. Und dort stand dann, dass man von der Festung Trsat, die über der Stadt liegt, einen schönen Blick über die Stadt haben soll. Hätte ich das bloß nicht gelesen… 🙄

Der Aufstieg dorthin ist… sagen wir mal… schweißtreibend. Sicher hatte man von da oben eine schöne Aussicht über die Stadt und die Bucht. Die konnte ich allerdings nicht gleich genießen. Denn nachdem ich nach knapp einer Stunde oben schweißnass angekommen bin, musste ich mich erstmal an einer Bude mit einer kleinen Flasche Wasser reanimieren, bevor ich auch ein paar Fotos machen konnte. Man(n) wird eben nicht jünger… Der Weg bergab war dann nicht mehr ganz so anstrengend und führte mich dann noch in ein Lokal an der Promenade, wo ich mir dann noch ein Käffchen genehmigt habe. Ein paar Fotos aus Rijeka gibt es hier.

Gegen Mittag habe ich mich dann auf den Weg zu den Plitvicer Seen gemacht. Die ersten etwa 70 Kilometer bin ich bis Senj, im Süden der Kvarner Bucht, noch an der Küste vorbeifahren und anschließend in die Berge und in Richtung Bosnien und Herzegowina abgebogen. Die Küstenstraße nach Senj lädt ja quasi zum cruisen ein, rechts das Meer, links die Berge und dazwischen eine Straße, die scheinbar extra für Motorradfahrer gebaut wurde. Eigentlich hatte ich ja Zeit ohne Ende, kam allerdings kaum voran, weil ich ständig angehalten habe um mal wieder ein Foto zu machen oder einfach nur die Landschaft zu genießen.

Den folgenden Unterschied zur Küstenstraße habe ich dann schnell bemerkt, statt Touristenbussen sind mir jetzt eher Traktoren begegnet. Dafür war die Strecke genial! Nur von ein paar kleinen Dörfern unterbrochen ging es über eine herrlich kurvige Serpentinenstrecke durch die Berge auf etwa 800 Meter Höhe, bevor es dann etwa 20 Kilometer vor dem Nationalpark wieder etwas bergab ging. War toll zu fahren, die Straße was schön leer und es hat richtig Laune gemacht, mit The Big 1 wieder etwas um die Ecken zu fliegen.

Gegen 16.30 Uhr bin ich am Nationalpark angekommen. Und habe dann gleich das Camp Korana, einen der Campingplätze am Nationalpark, angesteuert und mich da für 2 Übernachtungen eingecheckt. Denn für einen Rundgang an den Plitvicer Seen sollte man sich ruhig einen ganzen Tag Zeit lassen. Der Platz liegt sehr schön eingebettet in ein Waldgebiet mit vielen Schatten spendenden Bäumen und ist ca. 350.000 qm² groß. Insgesamt gibt es 4 über den Platz verteilte große Sanitäranlagen, 2 Restaurants, ein Café und einen kleinen Supermarkt. 32 Euro muss ich für 2 Übernachtungen zahlen, Strom inklusive und WLAN auf dem Gelände. Was gut ist, mein Handy hat hier nämlich keinen Empfang. Über den Preis kann man nicht schimpfen, da rufen deutsche Campingplätze teilweise ganz andere Kurse auf, besonders wenn der Platz nahe an einer Sehenswürdigkeit liegt.

Auch im Restaurant und im Supermarkt gelten zivile Preise, sehr erfreulich. Mein Zelt war schnell aufgestellt, danach noch den Astralkörper notgewassert und als ich mich gerade auf den Weg machen wollte, um den Körper mit überlebenswichtigen, nach Möglichkeit fleischhaltigen Leckereien wieder aufzupeppen, entspann sich noch ein kleines Gespräch mit den ‚Nachbarn‘, einem Pärchen aus Norddeutschland, in dessen Folge ich erstmal auf ein Bierchen eingeladen wurde. Und wie das manchmal so ist, aus dem einen Bierchen wurden dann 3 und hätte mich nicht mein Hungergefühl daran erinnert, dass ich ja eigentlich nur schnell etwas essen gehen wollte, wäre ich wahrscheinlich mit den beiden, Peter und Simone, dort versackt.

Und während ich hier im Restaurant jetzt auf mein Fütterchen warte, konnte ich auch gleich noch in Lichtgeschwindigkeit diesen kleinen Beitrag schreiben. Da sage nochmal jemand, wir Männer wären nicht organisiert! Für morgen habe ich dann eine kleine Wanderung durch den Nationalpark geplant, der vor allem für seine tollen Wasserfälle bekannt ist. Also dann bis morgen, Grüße aus Kroatien.

Die letzten Ziele in Slowenien

Die letzten Ziele in Slowenien

Der Weg gestern morgen von Bled in Richtung Ljubljana führte teilweise über eine wirklich schöne Kurvenstrecke, wie gemacht für Motorräder. Einige Kilometer ging es dabei bergauf, garniert mit einigen Haarnadelkurven. Fast schon selbstverständlich hatte ich dann in der 3. oder 4. Kehre mal wieder ein mir entgegen kommendes Wohnmobil auf meiner Spur stehen. Wieder ein Holländer, wie auf dem Vrsic-Pass, diesmal allerdings einer, der mit seiner überlangen fahrenden Wohnung wohl etwas auf Kriegsfuß stand. Ich hab nur leise in meinen Helm geflucht, während er noch mit seinem Lenkrad kämpfte. Nachdem mir 3 Kehren weiter schon wieder so ein Fahrkünstler auf meiner Spur entgegen kam, habe ich bei nächster Gelegenheit nochmal angehalten. Wegen der Aussicht… 😎

In Ljubljana angekommen bin ich gleich bis ins gut ausgeschilderte Zentrum gefahren, habe The Big 1 vor einem Restaurant geparkt, den Sturzhelm ans Motorrad gekettet und bin etwa 20 Meter weiter zu einem Parkscheinautomaten gegangen. Dort hat mich dann ein Mann angesprochen und mir gesagt, dass Motorräder dort kostenfrei geparkt werden dürfen. Was Ljubljana jetzt in meiner Lieblingsstadt-Tabelle aber mal ziemlich weit nach oben katapultiert.

Ich bin dann etwa 4 Stunden durch die Stadt gestiefelt und habe ein paar Fotos gemacht. Meine Waden haben nach dem vorgestrigen Wandertag erstaunlicherweise keine Probleme gemacht, allerdings wurde es mir dann nach Mittag auch zu warm in der dicken Motorradhose. Auf dem Rückweg zum Motorrad noch einen gemischten Salat schnabuliert und vor allem etwas kaltes getrunken. Den Link zu den Fotos gibt es übrigens am Ende des Beitrags.

Das nächste Ziel war dann die etwa 100 Kilometer weiter südlich liegende Burg Predjama. Gegen 15 Uhr bin ich dort angekommen und dank einer sehr freundlichen Parkplatzwächterin durfte ich The Big 1 gleich am Aufgang zur Burg abstellen. Da die Burg eher versteckt liegt und nur über eine schmale, kurvige Zugangsstraße erreichbar ist, liegen die meisten Parkplätze in dem bergigen Gelände nämlich eher weiter entfernt und man muss quasi zur Burg wieder einige Höhenmeter hochkraxeln.

Wahrscheinlich weil ich so schöne rehbraune Augen habe, durfte ich auf dem Parkplatz für Busse stehen und konnte auch gleich Helm und Jacke bei meiner Wohltäterin abgeben, die sie in ihrer kleinen Bude deponierte. Doch kommen wir mal zur Burg, ich habe ja auf meinen Touren schon einige schöne Burgen gesehen, aber Predjama Castle ist schon cool. Die hängt einfach mitten in einer Felswand, so als hätte jemand gesagt: „Warum bauen wir nicht einfach eine Burg IN den Berg?“

Zu meinem Erstaunen war es, trotz einer Menge Busse auf dem Parkplatz, ziemlich leer in dem alten Gemäuer. Noch im vergangenen Jahr musste ich mich mit Frollein A. an der Dracula-Burg in Bran erstmal eine Stunde durch eine Menschenschlange kämpfen, bevor wir dann einen Fuß in die Burg setzen konnten. Gestern war es easy, Ticket gekauft und schon konnte die Besichtigungsrunde starten.

Etwa um 17 Uhr war ich dann mit meiner Besichtigungs- und Fotorunde durch und habe mich natürlich bei meiner Rückkehr zum Parkplatz nochmal für den ‚Sonderparkplatz‘ und das Aufpassen auf meine Klamotten bedankt. Und als ich dann mein Navi befragt habe festgestellt, dass ich bis zu den Plitvicer Seen noch knapp 3 Stunden Fahrt vor mir hätte. Und deshalb beschlossen, mir im etwa 70 Kilometer entfernten Rijeka oder im Umkreis eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen.

Tja, und was soll ich sagen: Es hat funktioniert! Frei nach dem Motto: Wer nett fragt, bekommt auch Hilfe. Eigentlich wollte ich etwa 10 Kilometer vor Rijeka einen Campingplatz anfahren, nur habe ich den nicht gefunden. 😳 Statt dessen bin ich auf einem Bauernhof gelandet. Dort war ein älterer Mann am werkeln und den habe ich dann gefragt, ob für den Campingplatz eine falsche Adresse angegeben war. Pustekuchen, das war offensichtlich der Campingplatz. Ich könnte zwar nirgends ein Schild oder einen Hinweis sehen, aber als der Mann mit mir hinter das Bauernhaus ging, gab es da tatsächlich ein (geschlossenes) Restaurant und eine Toiletten/Duschanlage habe ich auch entdeckt.

Er hat mich dann an eine jüngere Frau ‚übergeben‘ und die sprach auch sehr gut Deutsch. Und im Gespräch mit ihr stellte sich heraus, das ich wohl der einzige Übernachtungsgast auf dem kompletten Platz war. 😳 Ich hab nicht gefragt ob überhaupt schon mal jemand da war, der Platz sah in Ordnung aus, Strom vorhanden, für eine Nacht vollkommen OK. Auf Wunsch könnte sie mir auch noch eine Kleinigkeit zu essen anbieten und ich antwortete, dass ich darauf gerne zurückkommen würde. Da ich die freie Platzwahl hatte, habe ich die Dackelhütte vor ein paar Bäumen aufgestellt und bin erstmal duschen gegangen.

Und auch an den Sanitäranlagen gab es nichts zu bemängeln, alles pikobello. Keine Ahnung weshalb da so wenig los war. Sollte mir aber auch egal sein… Da es schon etwas später geworden war, bin ich dann mal die paar Meter zur Rezeption gestiefelt und habe gefragt, ob das Angebot mit Futter fassen noch gelten würde. Denn so langsam machte sich der kleine Hunger bemerkbar. Sie würde mir etwas fertig machen, allerdings könnte sie, weil das Restaurant geschlossen hatte, nur eine kalte Platte anbieten. „Reicht mir vollkommen“ habe ich geantwortet und knappe 15 Minuten später bekam ich das auf dem nächsten Foto serviert.

Dazu gab es ein Fladenbrot in Tellerminengröße und ein Bierchen. Ich habe dann mal höflich gefragt, ob das alles für mich sein sollte oder ob sie noch Gäste erwarten würde. Da hat sie gelacht… Um es kurz zu machen: Ich habe mindestens die Hälfte nicht geschafft. Bei einem zweiten Bierchen haben wir uns dann noch etwas unterhalten und da habe ich auch gefragt, weshalb denn hier so wenig los sei. Das läge wohl daran, dass der Platz ziemlich hügelig sei und für Wohnmobile eher ungeeignet, allerdings wäre hier im Sommer meistens voll, weil viele junge Leute dort mit Zelten campen würden.

In der Zwischenzeit war es dann 22 Uhr geworden und ich habe mich dann mal in meine Dackelhütte verzogen. Eben musste ich dann knapp 25 Euro löhnen, für Übernachtung und Essen. Da kann man nicht schimpfen! Da es dann gestern Abend etwas später war, gibt es diesen kleinen Beitrag also erst heute. Ich hab auf meiner Privatwiese übrigens bestens geschlafen, zumindest bis heute morgen um halb 5. Da ist dann wohl der hauseigene Hahn aufgewacht und hat das auch hören lassen. Naja, ein paar Abstriche muss man eben machen aber solange es nur ein Hahn ist… Das gute an der frühen Stunde war, dass ich das hier noch bequem ins Tablet tippeln konnte. Man muss eben auch mal die positiven Dinge sehen!

Bilder von Ljubljana und Umgebung gibt es hier und ein paar Fotos von der Höhlenburg Predjama sind hier zu sehen. Auch als ich in Slowenien unterwegs war, habe ich häufiger mal angehalten und ein paar Fotos gemacht. Eine kleine Auswahl gibt es hier.

Gleich werde ich noch einen kleinen Stop in Rijeka machen und anschließend werde ich mich dann auf den Weg zu den Plitvicer Seen machen, mein vorerst vorletztes Ziel in Kroatien. Wie man so hört, isses da etwas mau mit Internet und/oder Handyempfang. Könnte also ein oder zwei Tage etwas ruhiger auf diesem Kanal werden, nicht wundern. Von dort aus geht es dann später erstmal in die Berge von Bosnien und Herzegowina. Bis dahin – Grüße aus Kroatien.

Wanderung im Triglav-Nationalpark

Wanderung im Triglav-Nationalpark

Heute morgen um 8 Uhr bin ich zu einer kleinen Wanderung aufgebrochen. Der Triglav-Nationalpark ist das einzige Nationalparkgebiet in Slowenien und liegt, angrenzend an Bled, auch in den Julischen Alpen. Typisch sind herrlich gelegene alpine Wiesen und große Lärchenwälder. Es soll hier auch Steinböcke, Gämsen und Braunbären geben, mir sind allerdings nur 2 turtelnde Murmeltiere und mehrere Kriechtiere begegnet.

Der Park erstreckt sich über den gesamten Bereich des slowenischen Teils der Julischen Alpen und umfasst ein Gebiet von 838 km². Hier zieht es vorwiegend Wanderer hin, ich habe aber heute auch einige Kanufahrer gesehen und mehrere Rudel Mountainbiker sind mir auch begegnet. Natürlich bin ich heute nicht durch den kompletten Nationalpark gelaufen, das wäre innerhalb eines Tages auch ambitioniert.

Aber immerhin knapp über 18 mitunter schweißtreibende Kilometer wurden heute Nachmittag auf meiner unbestechlichen Pulsuhr angezeigt. Und es ging immer munter bergauf und bergab und ich könnte mir vorstellen, dass morgen früh zumindest ein kleiner Muskelkater spürbar ist. Unterwegs wurden auch Raftingtouren angeboten, dazu war mir aber das Wasser noch etwas zu kalt. Etwas ‚mimimi‘ muß in meinem Alter erlaubt sein… 😎

Wie ich heute noch erfahren habe, werden auch geführte Bergtouren zum Triglav, dem Namensgeber des Nationalparks und mit fast 2900 Metern der höchste Gipfel in Slowenien, angeboten. Diese Touren dauern aber in der Regel zwischen 10 und 12 Stunden. Eher nichts für mich, mir hat der Offroad-Spaziergang heute voll und ganz gereicht und für eine Bergsteigerausrüstung fehlt der Platz auf dem Moped.

Grundsätzlich ist der Zugang zum Nationalpark Triglav kostenfrei. Jedoch wird an einigen Sehenswürdigkeiten Eintritt verlangt. Wer aber mal so ein paar Tage Aktivurlaub machen möchte, der ist hier in jedem Fall gut aufgehoben. Jetzt werde ich noch ein bisschen meine altersmäßig beanspruchten Waden etwas unter kaltes Wasser halten, damit sich morgen der Muskelkater in Grenzen hält. Denn schon in 2 oder 3 Tagen steht der nächste Wandertag im Kalender, diesmal im Nationalpark Plitvicer Seen in Kroatien.

Aber eines nach dem anderen. Morgen früh fahre ich zuerst einmal nach Ljubljana, etwa 70 Kilometer entfernt, und werde mir zumindest ein paar Stündchen das Zentrum etwas ansehen. Später dann noch ein Zwischenstopp mit Besichtigung der Höhlenburg Predjama und von dort aus wollte ich eigentlich gleich weiter zu den Plitvicer Seen in Kroatien fahren. Dürfte zeitmäßig aber wohl etwas knapp werden, so dass ich wahrscheinlich in der Gegend um Rijeka noch eine Übernachtung machen werde.

Heute Abend werde ich vorne bei Miro noch etwas Futter schnappen in der Hoffnung, dass der Gauner mir nicht schon wieder eine Sahneschnitte andrehen möchte. Das war es dann wieder in Kürze. Ein paar Fotos vom heutigen Tag gibt es hier. Ich bin dann mal Waden kühlen, Grüße aus Slowenien.