Von Ioannina nach Igoumenitsa

Von Ioannina nach Igoumenitsa

Gestern bin ich dann von Ioannina an die Küste nach Igoumenitsa gefahren. Ich hatte mir vorher wieder eine Strecke durch die Berge ausgesucht, die zwar knapp 50 Kilometer länger, dafür aber landschaftlich schöner war als mal eben 100 Kilometer über die Autobahn zu fahren. Unterwegs habe ich dann auch häufiger angehalten, mal eine historische Brücke angesehen, eine Kapelle in einer Höhle, eine archäologische Ausgrabungsstätte und immer wieder diese kleinen Dörfer bestaunt, die in den Bergen zumeist ziemlich abgelegen liegen. Bei einigen dieser Dörfer habe ich mir mal die Zufahrten angesehen, zumeist Feldwege, nicht mehr. Muss ziemlich dort einsam sein, wenn auch in landschaftlich wunderschöner Umgebung. Und über den meisten Teil der gestrigen Strecke begegneten mir nur Kühe, Schafe und Ziegen. Und einige übereifrige Hütehunde, die mir dann doch einige Male ziemlich nah kamen. Naja, sie haben nur ihren Job gemacht…

Gegen Mittag bin ich in Igoumenitsa angekommen und habe dann gleich erstmal im Verkehr festgesteckt. Vor einem Kreisverkehr, von dem eine Straße zu einem der zahlreichen Fähranleger abging, lief nichts mehr. Ich habe mir das dann 10 Minuten angesehen, dann wurde es mir zu warm in der Sonne. Und habe den in Südeuropa für Zweiräder durchaus üblichen Fluchtweg über den Gehweg eingeschlagen. 😎 Der Campingplatz den ich mir ausgesucht hatte, liegt etwas außerhalb von Igoumenitsa und der war auch wieder ein Treffer. Direkt am Meer gelegen, terrassenförmig angelegt und mit eigenem kleinen Strand. Der, wie ich dann am Nachmittag festgestellt habe, auch noch erfreulich leer war. Meine Dackelhütte konnte ich auf einer Parzelle mit ein paar Olivenbäumen aufstellen, schön im Schatten. Übernachtung pro Nacht 18,50 €, das freut den Reiseetat. 😏

Und eigentlich hatte ich mich hier auf einen längeren Aufenthalt eingerichtet, um auf Ramazan Ünlü zu warten. Der schrieb mir aber gestern überraschend, dass er schon heute auch hier eintreffen würde. Ich vermute, dass er plötzlich entdeckt hat wo der Gasgriff ist, freue mich aber dass ich etwas schneller als geplant Gesellschaft bekomme. Ich gehe mal davon aus, dass wir morgen noch einen Tag hier verbringen werden und uns dann auf den weiteren Weg nach Athen machen, schaun mer mal… Grüße aus Griechenland und ein schönes Wochenende.

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Wandertag im Pindos-Nationalpark

Wandertag im Pindos-Nationalpark

Heute bin ich schon ziemlich früh in den nördlich von Ioannina gelegenen Pindos-Nationalpark gefahren, der knapp über eine Stunde Fahrzeit entfernt liegt. Der Nationalpark ist nicht nur für seine riesigen Waldgebiete bekannt, sondern auch für die Vikos-Schlucht, die nach dem Grand Canyon zweittiefste Schlucht der Welt, zumindest im Verhältnis zu ihrer Breite, ist. Ein Rekord auf den die Griechen mächtig stolz sind… Ebenso gibt es hier noch mehrere schöne historische Steinbrücken und die Zagori-Region, die für ihre traditionellen Steindörfer bekannt ist, die wirklich malerisch in den Bergen liegen. Die aber manchmal im Winter auch von der Außenwelt abgeschnitten sind, wie ich heute erfahren habe.

Und es scheint auch ein Paradies für Wanderer zu sein, heute so ab 10 Uhr sind mir wahre Heerscharen begegnet. Ich habe mich dann heute auch mal auf einen der gut markierten Wanderwege zwischen den Dörfern begeben und ich muss sagen: Die Gegend hat schon was. 👍 Bei mir standen dann am Ende knapp über 15 Kilometer Strecke auf der Uhr und weil die meisten der Wege im Wald verliefen, waren auch die Temperaturen sehr erträglich. In den Dörfern gibt es übrigens viele Möglichkeiten um mal etwas zu trinken oder auch zu essen. Ich habe mir unterwegs ein Käffchen und ein äußerst leckeres Stück Kuchen im Glas genehmigt, schließlich musste ich die mindestens 17000 Kalorien, die ich während meiner Wanderung investiert hatte, ja zumindest etwas wieder ins Gleichgewicht bringen. 😎 Falls es mal jemand hierher ziehen sollte, der sollte sich aber nach Möglichkeit in einem Hotel oder einem der angebotenen privaten Zimmer einmieten. Wild campen ist nicht nur verboten, eventuell auch gesundheitsgefährdend. Denn hier gibt es noch Bären, Wölfe und auch Luchse. Und Schlangen, wenigstens davon habe ich auch eine gesehen. Nicht bekannt ist mir, ob auch die nicht nur hier äußerst häufig vorkommende griechische Landschildkröte gefährlich werden kann.

Insgesamt aber ein Ausflug, der sich wirklich gelohnt hat. Morgen werde ich nochmal in Ioannina auf die Pirsch gehen, u.a. möchte ich mir dem Boot zu der kleinen Insel im See fahren. Heute habe ich auch wieder Fotos gemacht, die gibt es hier. Und morgen Abend werde ich nochmal mit meinem Kumpel Rama telefonieren und sehen, wo er mittlerweile gelandet ist. Eventuell fahre ich dann am Freitag wieder an die Küste, grobe Richtung Igoumenitsa, und werde dann dort warten bis er eintrifft und wir zusammen nach Athen weiterfahren können. Das war es für heute, Grüße aus Ioannina.

Ioannina

Ioannina

Ioannina, der Name wird eigentlich „Janina“ ausgesprochen, ist die Hauptstadt der Region Epirus im Nordwesten Griechenlands. Ioannina ist etwa 60 Kilometer von der albanischen Grenze und etwa 80 Kilometer von der westlich liegenden Hafenstadt Igoumenitsa entfernt, von der u.a. Fähren zur Insel Korfu und nach Italien fahren. Die Stadt hat etwa 65000 Einwohner und liegt am Ufer des Pamvotida-Sees. Außer einer osmanischen Festung mit integrierter Moschee und die pittoreske Altstadt mit ihren teils schon etwas baufällig wirkenden alten Häuschen hat die Stadt jetzt nicht so viel zu bieten, dafür aber das Umland, dass ich in den nächsten paar Tagen auch noch erkunden werde. Ziele werden da unter anderem die Zagorochoria-Dörfer und die Vikos-Schlucht sein, aber natürlich habe ich mir Ioannina heute auch angesehen. Durch das die Stadt umgebende Pindos-Gebirge, durch das ich auf der Fahrt von Meteora hierher auch gefahren bin, herrscht hier übrigens ein recht angenehmes Klima und allgemein wird es hier nicht ganz so heiß wie im übrigen Griechenland. Das hat mir Kostas, der Vermieter meines Appartements, verraten und ich will hoffen, dass er nicht gelogen hat.

Hauptsächlich warte ich hier in Ioannina noch auf meinen Kumpel Rama, der heute noch in Bosnien ist und langsam auf Sarajevo zusteuern dürfte. Ich habe mit Kostas ausgemacht, dass ich wahrscheinlich für 3 oder 4 Tage hier sein werde, könnte aber zur Not auch noch verlängern. Schaun mer mal… Wir sind ja nicht im Stress und auch nicht auf der Flucht. 😎 Gestern habe ich im Supermarkt um die Ecke noch etwas eingekauft, so langsam kommt mir nämlich das Restaurant-Essen an den Ohren heraus. Gestern Abend z.B. gab es kleine Küche: 2 Mettwürstchen mit Spiegelei. Und für heute Abend werde ich mir mal etwas aus dem See brutzeln, um 17.30 Uhr soll ich bei einem der ansässigen Fischer sein. Hat auch Kostas vermittelt, pfiffiges Kerlchen!

Gestern Abend und heute Vormittag habe ich dann mal einen Gang durch die Stadt gemacht. Vom Appartement führt eine Straße etwa 2 Kilometer immer schön am See entlang direkt bis zur Festung. Die Burg von Ioannina (Kastro) ist die älteste byzantinische Burg Griechenlands. Sie ist sogar noch bewohnt und im Inneren gibt es u.a. noch das byzantinische Museum sowie die Aslan-Pascha-Moschee. In der bunten Altstadt mit ihren vielen kleinen Gässchen habe ich manchmal gedacht, dass so einige Gebäude doch unmöglich noch genutzt werden. Doch auf dem Rückweg zum Appartement habe ich dann gesehen, dass hinter den mit Graffiti ‚verzierten‘ und mit Plakaten beklebten Rolltoren tatsächlich überall noch Geschäfte waren. U.a. gibt es hier in der Stadt noch sehr viele Kunsthandwerker und die Silberschmiede besitzen einen sehr guten Ruf. Einige Fotos von meinem Spaziergang könnt ihr euch hier ansehen. Da wir ja hier in Griechenland eine Stunde Vorsprung haben, muss ich mich jetzt mal um meinen Fisch kümmern, Grüße aus Ioannina.