Von Montenegro nach Albanien

Von Montenegro nach Albanien

Am Donnerstag bin ich dann noch eine knappe halbe Stunde bis in den Durmitor-Nationalpark gefahren, diesmal ohne tierische Zwischenfälle. Und diese traumhafte Gebirgslandschaft ist einfach nur zum schwärmen. Eigentlich könnte man mindestens alle 2 Minuten anhalten, weil man wieder ein neues Foto-Objekt entdeckt. Am Ende des Beitrags gibt es nur eine kleine Auswahl, ich habe aber über 350 Fotos im Nationalpark gemacht. Weshalb ich auch am Abend etwas in die Bredouille kam, denn um 17.30 Uhr stand ich noch am Ende einer Passstraße an einem Aussichtspunkt auf knapp 2000 Meter Höhe. Zwar darf man im Durmitor auch wild campen, allerdings ist es da wo ich war so steil, dass ich wahrscheinlich mitsamt Dackelhütte den Berg hinunter gekullert wäre. Da ich dort oben kein Netz hatte, bin ich erstmal über die enge Straße wieder etwas 200 Meter tiefer gefahren und habe erstmal wieder Google Maps angeworfen, um mich nach einer Übernachtungsmöglichkeit umzusehen.

Die ich dann auch gefunden habe, ein Autocamp auf etwa 1500 Meter Höhe, ganz in der Nähe des Schwarzen Sees, einer der Attraktionen im Durmitor. Dort habe ich dann schnell meine Dackelhütte aufgebaut, kurze Dusche und bin dann noch bis zum Schwarzen See, der allerdings mehr grün ist, gewandert, um noch im letzten Sonnenlicht ein paar Fotos zu machen. Bei meiner Rückkehr habe ich mir dann auf dem Kocher noch etwas gebrutzelt, dass ich mir während des Tages noch eingekauft hatte. Was auch gut war, im Camp gab es nämlich nichts. Freundlicherweise dürfte ich noch bei einem französischen Camper meine beiden Büchsen Bier und eine Flasche Wasser ein Stündchen im Tiefkühlschrank deponieren, man hilft sich eben untereinander.

In der Nacht habe ich geschlafen wie ein Murmeltier, als ich um 6 Uhr morgens dann aus dem Zelt gekrabbelt bin, habe ich in Unterhose und T-Shirt allerdings einen kleinen Kälteschock bekommen: 1° Celsius. 🥶 Also erstmal in etwas längere Klamotten gehüpft und dann Kaffeewasser aufgesetzt. Und der heiße Kaffee tat da richtig gut! Bis zu meiner Abfahrt musste ich allerdings noch gute 2 Stunden vergehen lassen, denn das Zelt war von außen klatschnass. Aber wenigstens innen trocken… Gegen 9 Uhr habe ich mich dann auf eine zweite Durmitor-Runde begeben, diesmal weiter nördlich. Und es ist wirklich eine tolle Erfahrung, über diese teilweise etwas engen Gebirgsstraßen zu fahren. Ab 1800 Meter lag oft noch Schnee am Straßenrand und einer der Parkranger den ich traf sagte mir, dass ich vor 3 Wochen wegen Schnee noch nicht überall durchgekommen wäre.

Der Durmitor-Nationalpark hat übrigens 48 Gipfel mit über 2000 Metern Höhe, angeführt vom Bobotov Kuk mit knapp über 2500 Meter Höhe. Ein absolutes Paradies für Outdoor-Enthusiasten und Wanderer und auch Motorradfahrer aus aller Herren Länder habe ich dort getroffen. Nach Mittag bin ich dann in westlicher Richtung aus dem Durmitor gefahren, weil ich mit einem kurzen Abstecher noch Theth in Albanien erreichen wollte. Den Abstecher habe ich am Kloster Ostrog gemacht, dass als das bedeutendste serbisch-orthodoxe Wallfahrtszentrum in Montenegro gilt. Wie ein Schwalbennest klebt das schneeweiße Höhlenkloster auf etwa 900 Metern Höhe in einer fast senkrechten Felswand des Prekornica-Gebirges. War natürlich auch wieder mit etwas Bergsteigerei verbunden und es war erfreulich wenig Betrieb dort. Ein paar Fotos habe ich dort auch gemacht, die könnt ihr euch hier ansehen.

Gegen halb 4 am Nachmittag habe ich die albanische Grenze erreicht, die Kontrolle ging fix und keine 5 Minuten später stand ich an einem Stand hinter der Grenze, an dem ich mir gleich eine albanische SIM-Karte besorgt habe. Das Mädel sprach übrigens perfekt Deutsch, sie hat mal 2 Jahre in Cuxhaven gearbeitet. Und mir dann auch noch gleich einen Tipp für einen Geldautomaten gegeben, den ich auch ein paar Kilometer weiter in Koplik gefunden habe. Die kleine Stadt beherbergt zwar insgesamt 4 ATM’s, allerdings funktioniert wohl immer nur dieser eine, an dem ich mir dann etwas Bargeld besorgt habe. Zwar kann man, zumindest in den größeren Städten und an der Küste mit Karte bezahlen, doch an meinem ersten Ziel Theth in den albanischen Alpen, wird gerne Bargeld gesehen.

Von Koplik bis nach Theth sind es eigentlich nur knapp über 50 Kilometer, allerdings benötigt man dafür – es kommt auf den Verkehr an – gut eineinhalb Stunden. Die Zufahrtsstraße ist seit 2 Jahren asphaltiert, es geht stetig bergauf und zwischendrin auch mal rauf und runter, fast wie auf einer Achterbahn. Auf den letzten 15 Kilometern führt eine relativ steile und teilweise auch enge Serpentinenstrasse dorthin und in den Kehren muss man aufpassen wie ein Luchs. Dort liegt oft weißer Sand, sehr sehr unangenehm in Schräglage. Keine Ahnung ob den jemand verloren hat oder ob das eine Art Verkehrserziehung ist, mir ist auf jeden Fall zweimal das Hinterrad weggeschmiert.

Auf Empfehlung habe ich kurz vor Theth dann ein Autocamp angefahren mit wirklich malerischer Aussicht. Es wird Frühstück und Abendessen angeboten, beides sehr lecker und reichlich. Heute früh habe ich eine ‚kleine‘ Wanderung ins tiefer liegende Dorf und natürlich auch zurück gemacht und meine Waden waren bei meiner Rückkehr nicht gerade entzückt. Ursprünglich wollte ich morgen zum Koman-See weiterfahren, habe aber kurzfristig heute noch einen Waschtag eingelegt, Fotos sortiert und diesen und den vorherigen Bericht geschrieben, damit das Volk – also ihr – auch zufriedengestellt ist. Fotos aus Theth gibt’s allerdings erst morgen, denn dann werde ich noch eine etwas längere Wanderung durch das Tal machen. Zumindest wenn meine Waden das zulassen…

Eine Auswahl der versprochenen Fotos aus dem Durmitor-Nationalpark gibt es hier und auch bei Instagram habe ich auch noch ein paar Bilder aus dem Durmitor veröffentlicht, hier ist der Link. Jetzt ist aber Schluss für heute, Grüße aus Albanien.

Von Dubrovnik über Kotor bis in die Nähe von Niksic

Von Dubrovnik über Kotor bis in die Nähe von Niksic

Gegen halb 10 habe ich mich aus Dubrovnik verabschiedet. Die Fahrt immer an der Küste entlang bis zur Grenze verlief etwas träge, mächtig viel Verkehr. Nach etwa 2 Stunden erreichte ich dann den Grenzübergang und hatte gleich gute Gesellschaft, denn ich wurde von einigen Mitgliedern der Hells Angels Lettland eingerahmt. Kleines lockeres Gespräch geführt und nachdem wir nach etwa 10 Minuten die Passkontrolle erledigt hatten, sind wir gemeinsam bis zu einer Tankstelle etwas 2 Kilometer hinter der Grenze gefahren, haben uns dort erstmal mit SIM-Karten versorgt und noch einen Kaffee zusammen getrunken und gequatscht. Sehr umgänglich, die Jungs.

Bis etwa 15 Kilometer vor Kotor sind wir dann noch zusammen gefahren, bevor die Jungs sich dann hupend in eine andere Richtung verabschiedet haben. Und um mich herum wurde es wieder deutlich leiser, denn Schalldämpfer hatten die wohl alle nicht in den Auspufftöpfen. 😳 Um den Weg etwas abzukürzen und nicht die komplette Bucht von Kotor umrunden zu müssen, habe ich noch eine Fähre genutzt und so 30 Kilometer Fahrt und bei dem Verkehr mindestens eine Stunde Fahrzeit gespart. Doch bei der Einfahrt in Kotor dann das Verkehrschaos, nichts ging mehr weil überall nur Kreuzfahrttouristen über die Straße in Richtung Altstadt strömten. Ich habe dann nach etwa einer halben Stunde The Big 1 einfach auf einem Gehweg abgestellt und bin mal zur Altstadt gegangen, um wenigstens ein paar Fotos zu machen. Und ich habe sogar ein Restaurant gesehen, dass leer war. Dafür wimmelte es an den anderen Stellen vor Menschen, weshalb ich mich relativ schnell wieder vom Acker gemacht habe. Fotos von Kotor und Umgebung könnt ihr euch hier ansehen.

Ursprünglich wollte ich in Kotor eine Nacht verbringen, doch auf diese Menschenmassen hatte ich so überhaupt keine Lust. Der Plan war dann, noch ca. 100 Kilometer hoch bis in den Durmitor-Nationalpark zu fahren. Über die Serpentinenstrasse von Kotor bin ich dann wieder hoch in die Berge in Richtung Zabljak gefahren. Eine wunderbar ausgebaute, kurvenreiche Straße führte durch die Berge dorthin. Wobei man sich allerdings fragen muss, was in Montenegro – mit Ausnahme der Küstenstädte – nicht in den Bergen liegt oder von ihnen eingerahmt wird. Unterwegs gab es dann allerdings ein Todesfall zu beklagen. In einer langgezogenen Linkskurve hatte ich ca. 100 km/h drauf, als von links plötzlich eine Katze über die Straße lief und ziemlich heftig von meinem linken Sturzbügel erwischt wurde und in hohem Bogen wegegeschleudert wurde. Traurig, aber ich hatte wegen der Schräglage absolut keine Chance auszuweichen. Wahrscheinlich als Strafe zogen plötzlich kohlrabenschwarze Wolken vor mir im Gebirge auf, weshalb ich dann beschloss, mir unterwegs noch einen Schlafplatz zu besorgen. Die sind allerdings in der Region nicht so wirklich viel vorhanden…

Bei Google Maps habe ich dann etwa 20 Kilometer weiter ein verstecktes Autocamp entdeckt und ohne dass ich wusste, ob dort überhaupt geöffnet war, das ist nämlich auf dem Balkan nicht immer der Fall, bin ich mal dorthin gefahren. Die Zufahrt war recht tricky, an einem Abzweig in einem kleinen Bergdorf ging es etwa 5 Kilometer immer leicht bergab auf einem ziemlich ausgefahrenen Feldweg. In mehreren engen 180°-Kehren lagen ziemlich große Wackermänner und in der letzten Kehre hätte es mich deshalb bald umgeschmissen. Aber ich wurde belohnt, das Camp war geöffnet und lag sehr malerisch an einem kleinen See. Wie ich dann wenig später erfahren habe, gibt es dort noch eine zweite, wesentlich einfachere Zufahrt, ich hatte mich nämlich schon gewundert, wie 3 VW-Busse die dort standen, durch die engen Kehren gelangt sein konnten. Dummerweise war diese Zufahrt aber in Google Maps nicht verzeichnet. Naja, ist ja alles gut gelaufen…

Mein Zelt stand keine Viertelstunde, da kam ein Wolkenbruch vom allergemeinsten runter. Danilo, der Camp-Betreiber, hatte mich deshalb unter einen kleinen Holzverschlag gerufen, unter dem noch ein paar andere Gäste, ein deutsches und ein holländisches Pärchen, saßen. Erstmal gab es Kaffee, den es übrigens im Camp umsonst und in jeglicher Menge gibt, später sind wir dann auf Bier umgestiegen. Wir hatten gerade etwas zu essen bestellt, da wurde der Regen noch stärker. Dazu heftiger Wind von der Seite und innerhalb von ein paar Minuten waren wir auch unter dem Verschlag nass. Danilo holte uns kurzerhand alle in die kleine Küche, wo seine Mutter mit dem Essen beschäftigt war. Da standen wir nun um einen kleinen Tisch und prosteten uns zu, als es plötzlich einen Knall gab und der Strom ausfiel.

Danilo besorgte in Windeseile ein paar Batterieleuchten aus der Garage nebenan und da kein Strom da war, einigten wir uns alle auf auf dem Gasherd gebratene Schnitzel mit Salat. Die wir auch, obwohl wenig später der Strom wieder da war, alle im Stehen an dem kleinen Tisch in der Küche verputzt haben. Das sind solche Erlebnisse, die erlebt man als Pauschaltourist nicht. Wir haben dann noch bis fast 21 Uhr in der Küche gestanden, gequatscht, getrunken und gelacht, bis das Gewitter langsam abzog. Danilo bot mir dann noch an, mein Zelt in seiner geräumigen Garage aufzubauen, weil er Angst hätte dass mir bei dem Wetter etwas im Zelt passieren könnte. Ich habe abgelehnt, er hat aber den Schlüssel auf dem Tor gelassen für den Fall, dass ich es mir anders überlegen sollte.

Am nächsten Tag sah der See richtig idyllisch aus, als ich mein Zelt wieder abgebaut und etwas abtrocknen ließ. Ich habe mich dann gegen 9 Uhr nach 2 Tassen Kaffee von Heinz, Andrea, Frans und Emke verabschiedet, meine Zeche bei Danilo bezahlt und mich für das Erlebnis nochmal bedankt. Bei Google Maps habe ich seinem Camp noch eine tolle, ausführliche Bewertung gegeben, die hat er verdient. Der Platz dürfte zwar nur für Individualreisende interessant sein, er befindet sich auch noch im Aufbau und Danilo gibt sich wirklich alle Mühe, ein guter Gastgeber zu sein. Meine weitere Fahrt in den Durmitor-Nationalpark schildere ich euch dann im nächsten Bericht. Grüße aus Albanien, wo ich jetzt schon gelandet bin.

Kurzbesuch in Dubrovnik

Kurzbesuch in Dubrovnik

Dubrovnik ist eine historische Hafenstadt ganz im Süden Kroatiens an der Adriaküste. Nicht nur aufgrund ihrer historischen Altstadt wird sie auch in meinen Augen völlig zu Recht als ‚Perle der Adria‘ bezeichnet und dementsprechend oft besucht. Vor allem wenn wieder große Kreuzfahrtschiffe im Hafen angelegt haben, wird es schwer überhaupt einen Platz in einem Restaurant zu bekommen. Das durfte ich vor 3 Jahren erfahren…🙄 Aber da ich, wie schon erwähnt, hier zu einem Freundschaftsbesuch bin, musste ich auf jeden Fall hier einen Stop einlegen. Andernfalls wäre ich nämlich gleich nach Montenegro durchgedüst und wahrscheinlich von meinem Freund Milan virtuell gesteinigt worden.

Es ist/war zwar nur ein kurzer Besuch bei Milan und Elsa, aber ich habe mich auch gefreut, die beiden nach 3 Jahren mal wieder zu sehen. Es sind sehr herzliche und gastfreundliche Menschen und auch gestern haben wir noch einen langen Abend verbracht, war richtig schön gemütlich. Viel gelacht, Neuigkeiten ausgetauscht und wenn es nach Milan ginge, dann könnte ich ruhig noch ein paar Tage hier verbringen. Da ich Dubrovnik aber quasi ‚gerade erst‘ besucht habe, mussten die eineinhalb Tage hier reichen. Zu viel Fresserei und Sauferei ist auch nicht gut…😏 Trotzdem habe ich gestern Abend und heute Vormittag mit den beiden noch einen etwas ausgiebigeren Spaziergang durchs Städtchen gemacht, um auch noch ein paar Fotos zu machen. Und mein Besuch kam zum perfekten Zeitpunkt, denn erst heute Mittag legte das erste Kreuzfahrtschiff im Hafen an. Weshalb die Stadt auch nicht von Menschen geflutet wurde. Also häufiger mal mit den beiden irgendwo eingekehrt, etwas getrunken und wieder viel erzählt.

In diesem schicken Zimmer mit Meerblick habe ich übrigens bei den beiden übernachtet. The Big 1 hat ein schattiges, grünes Plätzchen vor dem Haus bekommen, ebenfalls mit Meerblick. Da heute sonst nichts nennenswertes passiert ist, habe ich euch jetzt noch schnell ein paar Fotos in die Galerie geladen, die könnt ihr euch hier ansehen. Heute Abend kommen noch ein paar Familienmitglieder dazu und ich könnte mir vorstellen, dass es eventuell etwas länger werden könnte. Deshalb werde ich morgen auch wahrscheinlich nicht so früh wie sonst auf der Pirsch sein, sondern es etwas ruhiger angehen lassen. Ein alter Mann ist schließlich kein D-Zug. Morgen fahre ich dann weiter nach Montenegro, erstmal ein Stop in Kotor und dann sehen wir weiter. Grüße aus Dubrovnik.

Ihr könnt auch gerne meinem Instagram-Account folgen, dort gibt es auch noch ein paar Fotos aus Dubrovnik. Oder vielleicht seid ihr auch bei Facebook aktiv, dort findet ihr mich hier.