Kroatien 2023

Kroatien 2023

2023 ging es nach Kroatien, wo wir uns in Dubrovnik ein Haus gemietet hatten, das quasi als Hauptquartier für diverse Touren ins Umland dienen sollte. Mit Milan und Elsa, unseren Vermietern, hatten wir da auch noch einen Hauptgewinn gezogen. Milan versorgte uns mit unzähligen guten Tipps für Unternehmungen und Touren, während Elsa uns häufig während dieser 3 Wochen mit leckeren Köstlichkeiten versorgte.

Die Anreise war eher etwas für die Kategorie „Eisenarsch“, denn mein Kumpel Jürgen wollte unbedingt nonstop durchfahren. Während der weibliche Teil des Trosses sich per Flieger auf den Weg machte, schmiedeten wir beide den Plan, auf jeden Fall zum Frühstücks-Bierchen in Dubrovnik einzulaufen. Lange Rede, kurzer Sinn, nach knapp 18,5 Stunden hatten wir die 1630 Kilometer bewältigt und kamen morgens um halb acht an. Wobei Jürgen dann deutlich mehr Probleme mit dem Sitzfleisch hatte als ich, denn auf der Schrankwand sitzt man ja eher wie im Fernsehsessel.

In den nächsten Wochen haben wir bis auf zwei Tage wirklich überwiegend auf den Motorrädern gesessen, während sich der weibliche Teil der Reisegesellschaft bis auf wenige Male eher dem braun werden widmete. Wobei ich mir auf einer zweitägigen Tour nach Bosnien und Montenegro mächtig das Antlitz verkokelt habe, obwohl ich mich wirklich stündlich eingecremt habe. Aber in der Höhe habe ich nicht mitbekommen, dass das Gesicht scheinbar schneller austrocknete als ich cremen konnte. Und dank Jethelm war ja auch genügend Angriffsfläche… Ein Foto von meinem vorzüglichen Sonnenbrand gibt es übrigens in der Bildergalerie ganz unten.

In den drei Wochen sind wir ohne An- und Abreise rund 3000 Kilometer gefahren. Neben Kroatien gehörten, wie schon erwähnt, Bosnien und Herzogowina, Montenegro und Serbien zu unseren Zielen. Hätten wir überall angehalten, wo es wieder einmal etwas zu fotografieren gab, währen wir wahrscheinlich heute noch unterwegs. Es gab so viel landschaftlich schönes zu sehen, dass uns wirklich begeistert hat.

Unsere Unterkunft lag etwas außerhalb von Dubrovnik, was sich im Nachhinein als Glücksfall herausstellte. denn wenn dort alle 2 Tage die großen Kreuzfahrtschiffe anlegten, war in der Stadt kein Durchkommen mehr. Weshalb wir unsere abendlichen Aktivitäten dann auch eher auf den „heimischen“ Grill im Garten verlagerten. Denn niemand von uns verspürte große Lust, sich selbst in einem Restaurant anstellen zu müssen. Natürlich wurden an diesen Abenden auch Milan und Elsa mit eingeladen und da die beiden auch sehr gut deutsch sprachen (sie haben knapp 15 Jahre in der früheren DDR gearbeitet), gab es immer viel zu erzählen und es wurde nie langweilig.

Die 3 Wochen gingen leider – wie immer – viel zu schnell vorbei. Wir Männer wollten die Rückfahrt diesmal etwas entspannter angehen und hatten uns deshalb noch zu einer Übernachtung in einem Hotel in Bad Reichenhall entschlossen, in dem ich schon häufiger beruflich übernachtet hatte. Auf der zweiten Hälfte der Strecke sollte es zwar wettermäßig etwas heißer zugehen, immerhin waren 33° C angekündigt. Wie heiß es aber wirklich zugehen sollte, dass sollte ich dann am nächsten Tag erfahren.

Denn nachdem wir bei Erlangen gerade in eine längere zweispurige Baustelle eingefahren waren, begann meine Schrankwand plötzlich an zu zicken. Alle Anzeigen gingen aus, Batterieanzeige innerhalb einer Minute Richtung empty, Motor aus. Also ausrollen lassen und wegen nicht mehr funktionierender Warnblinkanlage und fehlendem Seitenstreifen mit dem rechten Koffer an die Leitplanke gelehnt. Da stand der Schweiß aber in nullkommanichts im Schuh!

Jürgen erreichte noch eine ca. 300 Meter weiter liegende Rettungsbucht und kam hinter der Leitplanke zu mir zurück gelaufen, während ich mich etwa 50 Meter vor der Goldwing hinter der Leitplanke platzierte und versuchte, die nachfolgenden Fahrzeuge daran vorbei zu lotsen. Gleichzeitig dann mit der anderen Hand das Handy am Ohr und dem ADAC erklärt, wo sie mich denn einsammeln können. Den Vorschlag von Jürgen, die Goldwing bis in die Rettungsbucht zu schieben haben wir dann aus Angst um unsere Gesundheit schnell verworfen.

Die mittlerweile benachrichtigte Polizei trudelte dann ca. eine halbe Stunde später ein und ich war heilfroh, dass die Pannenstelle jetzt abgesichert war. Eine knappe Stunde mussten wir noch auf den Abschlepper des ADAC warten und als der dann die Schrankwand aufgeladen hatte, habe ich Jürgen weiter in Richtung Heimat geschickt. Der Goldwing hatte es nach meiner ersten Diagnose die Lichtmaschine gehimmelt und der war vor Ort nicht schnell reparierbar.

Also bin ich mit Alex, dem sehr netten Fahrer des Abschleppers nach Erlangen ins Depot gefahren. Dort habe ich dann die Schrankwand nochmals überprüft und festgestellt, dass meine erste Diagnose wohl richtig war. Da eine Reserve-Lichtmaschine aber daheim im Keller lag habe ich mich dafür entschieden, mit einem Leihwagen nach Hause zu fahren und die Schrankwand per Sammeltransport nachkommen zu lassen.

Alex hat mir dann noch ein trockenes Plätzchen in deren Halle freigeräumt, wofür ich mich dann auch mit einem guten Trinkgeld in die Kaffeekasse bedankt habe. Ich habe in all den Jahren noch nie die Hilfe des ADAC in Anspruch genommen, war aber letztlich heilfroh, dass es die Pannenhelfer gibt. 4 Tage später wurde das Motorrad dann angeliefert, am nächsten Tag innerhalb einer Stunde eine neue Lichtmaschine montiert und das dicke Ding war wieder fahrbereit.

Ein toller Urlaub mit einem blöden aber schließlich auch guten Ende.

P.S. Die gut gemeinten Kommentare und Frotzeleien der Kollegen aus dem Goldwing-Club, dass man immer eine Reserve-Lichtmaschine auf längeren Touren dabei haben müsse, dann hätte ich den ADAC überhaupt nicht benötigt, habe ich wohlwollend zur Kenntnis genommen. Ich habe heute immer noch das Bild vor Augen, wie ich in der Baustelle hocke und seelenruhig trotz fließendem Verkehr meine Lichtmaschine tausche…

Mit einem Klick ins erste Bild wird das ganze auch etwas größer.

kroatien34
« von 34 »