Reisepläne und Basteleien

Reisepläne und Basteleien

Ich habe lange überlegt, ob ich im kommenden Jahr überhaupt eine etwas längere Motorradtour unternehmen soll.

Die Wunschziele im Osten sind im Moment wegen Kriegswirren nur schwierig oder überhaupt nicht zu erreichen. In Europa habe ich schon alles – oft mehrmals – abgegrast, sowohl im Norden als auch im Süden. Die einzigen beiden Länder wo ich länger nicht gewesen bin sind Spanien und Portugal. Deshalb werde ich – Stand heute – wahrscheinlich eine Tour auf die Iberische Halbinsel fahren. Eventuell mit der Option, mal nach Marokko und Tunesien überzusetzen.

Im Moment stelle ich mir gerade ein paar Infos zusammen, was man denn so als Ziel außerhalb der sehr touristisch geprägten Küstenregionen in Betracht ziehen könnte. Die ist dann erst auf der Rückfahrt dran, zumindest teilweise. Grob geplant ist eine Anreise über Belgien nach Frankreich, über Paris bis an die französische Atlantikküste, am Golf von Biskaya vorbei bis ins spanische Baskenland. Dort dann weiter im Norden am Atlantik vorbei über Bilbao nach Santiago de Compostela.

Von dort aus dann in den Norden von Portugal und dann kreuz und quer durchs Land bis in den Süden. Vom Süden Portugals dann nach Gibraltar, wo ich dann eventuell auch noch eine alte Freundin besuchen könnte. Die nordafrikanischen Länder lasse ich jetzt mal als Option außen vor. In Spanien möchte ich dann u.a. über Malaga, Granada, Sevilla, Cordoba, Toledo, Madrid wieder an die Küste nach Valencia. Im Anschluss Saragossa und Barcelona und von dort aus in die Pyrenäen über Andorra wieder nach Frankreich, weiter Rückreiseroute von dort dann noch offen.

Reisezeit wird wahrscheinlich August und September, geplant sind etwa 6-8 Wochen. Wie ihr merkt, ist die Planung noch ganz im Anfangsstadium. Falls jemand eventuell noch Tipps haben sollte, was man sich unbedingt ansehen muss oder auch eine besonders schöne Motorradstrecke in petto hat, gerne die Kommentarfunktion nutzen. Aber auch mein treuer Lastesel von roadtomongolia25 und albaniagreece26, The Big 1, hat ein kleines Facelifting bekommen. Und das nicht nur von außen…

Jetzt wird es etwas technisch. Die BMW R1150 GS hat ja modellbedingt sehr oft Probleme mit dem ABS. Erstmals hat sich das bei mir 2025 bei der Rückfahrt aus der Mongolei in Lettland bemerkbar gemacht. Mehrfacher Plotterfehler, den ich per Diagnosestecker immer quittieren konnte. Das ABS hat wohl die Unart, wenn es nicht regelmäßig betätigt wird, solche Kolbenfehler zu verursachen. Daheim habe ich dann, wie schon zu Beginn der Tour nochmal die Bremsflüssigkeit komplett ausgetauscht und dann war erstmal wieder Ruhe.

Wieder daheim in einer Werkstatt des Vertrauens das ABS überprüfen lassen. Dort hieß es dann, dass eine Reparatur ca. 800-1000 Euro kosten würde, allerdings ohne die Gewährleistung, das der Schaden nicht wieder auftritt. Keine Option für mich, weshalb ich mich mal im Internet schlau gemacht habe. Und ich bin fündig geworden. Die 1150er wurde sowohl mit als auch ohne ABS produziert und ein findiger Mensch hat sich vor ein paar Jahren einfach seines kompletten ABS-Systems entledigt und sogar eine Anleitung dafür ins Netz gestellt.

Nach dieser Anleitung bin ich dann erstmal zum TÜV gefahren und habe die Sache mit dem zuständigen Ingenieur besprochen. Nachdem der mir sein OK gegeben hat, habe ich mir dann die benötigten Teile des Bremssystems bestellt, die ABS-Einheit rausgerupft, neue Stahlflexschläuche montiert, Radsensoren demontiert und mit Blindstopfen verschlossen, ABS-Zahnkränze an den Rädern und ABS-Relais, Sicherung etc. entfernt und mir in der Bucht noch günstig eine gebrauchte rechte Schaltereinheit am Lenker – ohne ABS-Knopf – geschossen.

Nach dem Umbau ging es dann wieder zum TÜV, Begutachtung, Probefahrt, alles abgenommen und in den Papieren eingetragen. Für Sicherheitsfreaks: ich weiß dass das ABS sicherheitsrelevant sein kann, allerdings fahre ich seit je her Maschinen ohne ABS, ich bin alt genug und ich weiß was ich getan habe. Kleiner Fun-Fact: BMW empfiehlt übrigens, mindestens einmal pro Woche richtig in die Eisen zu gehen, damit die Funktion des ABS gewährleistet bleibt. Die Spaßvögel…

Und da ich einmal dabei war, gab es noch mehr Veränderungen an The Big 1. Zuerst einmal habe ich die großen Sturzbügel wieder demontiert und durch die ‚originalen‘ kleineren wieder ersetzt. Dann gab es noch LED-Blinker, die sind nicht so weit ausladend wie die originalen. Und da auf den letzten beiden Reisen doch die ein oder andere Schramme auf Tank und Frontfender zu verzeichnen war, gab es auch noch etwas neue Farbe, mattgrau. Hat mir ein Freund für nen Fuffi gemacht.

Und mein Lastenpony hat abgenommen. Denn das fehlende ABS-Modul wog 5.5 Kilo. Zwar ist die BMW immer noch kein Leichtgewicht, aber immerhin. Das war es erstmal an Neuigkeiten und zum Schluss nochmal der Hinweis: Wer schöne Motorradstrecken oder etwas was man unbedingt gesehen haben muss in Spanien und Portugal kennt – immer raus mit der Sprache!

2 Kommentare zu „Reisepläne und Basteleien“

  1. @Hans @mitgelesen

    Ich habe mir ja neulich ein Gespann gekauft und da fiel meine Wahl auf Die R1200R statt der 1150, u.a. auch eben wegen dieser ABS-Problematik. In diesem Kontext habe ich auch vom Gespannbauer gehört, dass einige das ABS einfach ausbauen. Scheint also gängige Praxis zu sein.

    Wenn Du für Deine nächste Tour was abenteuerliches in der Nähe suchst, kann ich Dir hier auf dem Hunsrück ein paar Straßen zeigen, da sind mehr Löcher drin als in jeder Gebirgsstrasse im Osten. 😁

  2. @Hans

    https://letztebratwurst.com/

    hast du doch bestimmt schon in deiner Liste. 🌭

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