Banja Luka

Banja Luka

Zuerst einmal: In meiner Dackelhütte am Bach habe ich geschlafen wie ein Stein. Heute morgen um halb 7 bin ich wach geworden und nach einem Käffchen habe ich mir noch etwas Wasser zum waschen auf dem Kocher heiß gemacht. Denn das Wasser aus dem Bach war mir eindeutig zu kalt, nichts für Weicheier. Mit einem Liter heißem Wasser zusätzlich war es erträglich. Nach einem zweiten Käffchen habe ich dann langsam meine Klamotten wieder zusammengepackt und mich gegen halb 9 auf den kurzen Weg nach Banja Luka gemacht. Die ersten 3-4 Kilometer ging es noch durch Wald und Wiesen, die letzten 30 waren dann wieder geteert. Und als ich durch das letzte Waldstück fuhr, könnte ich mein Ziel schon sehen.

Gegen halb 10 bin ich dann in der Stadt angekommen und mir fiel mir sofort auf, wie grün die Stadt ist. Zudem erstreckt sich Banja Luka überwiegend am Fluß Vrbas entlang, und ist eingerahmt von Bergen. Offensichtlich bekam die Stadt ihren Beinamen „Stadt des Grüns“ nicht umsonst verliehen. Ich bin dann auf der Hauptstraße, die zu großen Teilen immer parallel zum Fluß vorbei führt, direkt geradewegs zu meiner gebuchten Unterkunft gefahren. Gut, geradewegs ist etwas geschmeichelt, denn auf den letzten etwa 200 Metern wurde die Straße enger und führte durch einen kleinen Tunnel zwischen einem Häuserblock. Und etwa 100 Meter vor meinem Ziel hätte ich dann noch etwa 10 Treppenstufen hoch fahren müssen. Ohne Gepäck wäre ich da hochgedengelt, aber mit dem vollgepackten Lastenpony war mir das etwas zu tricky und ich habe mir einen Schleichweg, der über einen kurzen Fußweg und eine Rasenfläche hinter dem Häuserblock entlang führte, gesucht und gefunden. Man muss manchmal eben flexibel sein…

Von meinen Gastgebern Branka und Pavle wurde ich gleich sehr herzlich empfangen und Pavle öffnete auch gleich die Tür zur sehr geräumigen Garage. Ich bekam mein Zimmer gezeigt, dass der nächste Supermarkt gleich 50 Meter um die Ecke ‚entfernt‘ ist und wenn ich etwas benötigen würde, sollte ich ruhig fragen. Danach habe ich dann meine Sachen mal aufs Zimmer geholt und mich erstmal eingerichtet. Zimmer mit kleiner Küche und Bad, dazu ein geräumiger Garagenstellplatz für The Big 1, 2 Übernachtungen für 46 Euro. Na das entlastet doch die Reisekasse… Nachfolgend Fotos von meiner Unterkunft.

Bei einer Kippe auf dem Balkon habe ich mir dann den Stadtplan mal zu Gemüte geführt und eine halbe Stunde später habe ich dann die nähere Umgebung etwas erkundet. In einer Kneipe am Fluß habe ich dann erstmal Rast gemacht und mir ein Bierchen bestellt. Und kam dort gleich mit 2 örtlichen Bikern ins Gespräch. Also mit den beiden etwas gequatscht und als ich dann zahlen wollte hieß es: Geht auf’s Haus. 👍 Es stellte sich dann heraus, dass einer der beiden, habe leider seinen Namen vergessen, nicht nur der Besitzer der Bar war, sondern auch der Präsi des örtlichen Motorradclubs. Am kommenden Wochenende ist wohl hier großes Motorradtreffen, zu dem jährlich über 1000 Fahrer und Maschinen erwartet werden. Mit Paradefahrt durch die Stadt… Dazu lud er mich ein, allerdings werde ich mir das nicht ansehen, ich fahre übermorgen schon weiter nach Sarajevo.

Banja Luka ist mit seinen ca. 190.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt von Bosnien und Herzegowina. Ein schweres Erdbeben im Jahr 1969 zerstörte große Teile der Stadt, die danach modern wiederaufgebaut wurde. Wirklich groß ist das Stadtzentrum nicht, etwa einen Kilometer von meiner Unterkunft liegt direkt eines der Wahrzeichen der Stadt, die Kastel-Festung, die ebenfalls direkt am Fluß gebaut wurde. Nicht weit entfernt davon die Ferhadija-Moschee und die orthodoxe Christus-Erlöser-Kathedrale. Banja Luca hat ja im Anschluss an den Krieg einen relativ radikalen Wandel erlebt. Lebten früher hier vorwiegend Muslime (Bosniaken) und Christen, sind es heute zu über 80% orthodoxe Serben. Ich hatte aber bei meinem Spaziergang heute das Gefühl, dass es sich in der Stadt sicher ganz gut leben lässt. Und man kann nur hoffen, dass es auch zukünftig auf dem Balkan ruhig bleibt.

Ein paar Fotos habe ich heute auch gemacht, die könnt ihr euch hier ansehen. Morgen gibt es sicher noch etwas Nachschub aber für heute muss das reichen. Grüße aus Bosnien und Herzegowina.

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