Die letzten Ziele in Slowenien

Die letzten Ziele in Slowenien

Der Weg gestern morgen von Bled in Richtung Ljubljana führte teilweise über eine wirklich schöne Kurvenstrecke, wie gemacht für Motorräder. Einige Kilometer ging es dabei bergauf, garniert mit einigen Haarnadelkurven. Fast schon selbstverständlich hatte ich dann in der 3. oder 4. Kehre mal wieder ein mir entgegen kommendes Wohnmobil auf meiner Spur stehen. Wieder ein Holländer, wie auf dem Vrsic-Pass, diesmal allerdings einer, der mit seiner überlangen fahrenden Wohnung wohl etwas auf Kriegsfuß stand. Ich hab nur leise in meinen Helm geflucht, während er noch mit seinem Lenkrad kämpfte. Nachdem mir 3 Kehren weiter schon wieder so ein Fahrkünstler auf meiner Spur entgegen kam, habe ich bei nächster Gelegenheit nochmal angehalten. Wegen der Aussicht… 😎

In Ljubljana angekommen bin ich gleich bis ins gut ausgeschilderte Zentrum gefahren, habe The Big 1 vor einem Restaurant geparkt, den Sturzhelm ans Motorrad gekettet und bin etwa 20 Meter weiter zu einem Parkscheinautomaten gegangen. Dort hat mich dann ein Mann angesprochen und mir gesagt, dass Motorräder dort kostenfrei geparkt werden dürfen. Was Ljubljana jetzt in meiner Lieblingsstadt-Tabelle aber mal ziemlich weit nach oben katapultiert.

Ich bin dann etwa 4 Stunden durch die Stadt gestiefelt und habe ein paar Fotos gemacht. Meine Waden haben nach dem vorgestrigen Wandertag erstaunlicherweise keine Probleme gemacht, allerdings wurde es mir dann nach Mittag auch zu warm in der dicken Motorradhose. Auf dem Rückweg zum Motorrad noch einen gemischten Salat schnabuliert und vor allem etwas kaltes getrunken. Den Link zu den Fotos gibt es übrigens am Ende des Beitrags.

Das nächste Ziel war dann die etwa 100 Kilometer weiter südlich liegende Burg Predjama. Gegen 15 Uhr bin ich dort angekommen und dank einer sehr freundlichen Parkplatzwächterin durfte ich The Big 1 gleich am Aufgang zur Burg abstellen. Da die Burg eher versteckt liegt und nur über eine schmale, kurvige Zugangsstraße erreichbar ist, liegen die meisten Parkplätze in dem bergigen Gelände nämlich eher weiter entfernt und man muss quasi zur Burg wieder einige Höhenmeter hochkraxeln.

Wahrscheinlich weil ich so schöne rehbraune Augen habe, durfte ich auf dem Parkplatz für Busse stehen und konnte auch gleich Helm und Jacke bei meiner Wohltäterin abgeben, die sie in ihrer kleinen Bude deponierte. Doch kommen wir mal zur Burg, ich habe ja auf meinen Touren schon einige schöne Burgen gesehen, aber Predjama Castle ist schon cool. Die hängt einfach mitten in einer Felswand, so als hätte jemand gesagt: „Warum bauen wir nicht einfach eine Burg IN den Berg?“

Zu meinem Erstaunen war es, trotz einer Menge Busse auf dem Parkplatz, ziemlich leer in dem alten Gemäuer. Noch im vergangenen Jahr musste ich mich mit Frollein A. an der Dracula-Burg in Bran erstmal eine Stunde durch eine Menschenschlange kämpfen, bevor wir dann einen Fuß in die Burg setzen konnten. Gestern war es easy, Ticket gekauft und schon konnte die Besichtigungsrunde starten.

Etwa um 17 Uhr war ich dann mit meiner Besichtigungs- und Fotorunde durch und habe mich natürlich bei meiner Rückkehr zum Parkplatz nochmal für den ‚Sonderparkplatz‘ und das Aufpassen auf meine Klamotten bedankt. Und als ich dann mein Navi befragt habe festgestellt, dass ich bis zu den Plitvicer Seen noch knapp 3 Stunden Fahrt vor mir hätte. Und deshalb beschlossen, mir im etwa 70 Kilometer entfernten Rijeka oder im Umkreis eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen.

Tja, und was soll ich sagen: Es hat funktioniert! Frei nach dem Motto: Wer nett fragt, bekommt auch Hilfe. Eigentlich wollte ich etwa 10 Kilometer vor Rijeka einen Campingplatz anfahren, nur habe ich den nicht gefunden. 😳 Statt dessen bin ich auf einem Bauernhof gelandet. Dort war ein älterer Mann am werkeln und den habe ich dann gefragt, ob für den Campingplatz eine falsche Adresse angegeben war. Pustekuchen, das war offensichtlich der Campingplatz. Ich könnte zwar nirgends ein Schild oder einen Hinweis sehen, aber als der Mann mit mir hinter das Bauernhaus ging, gab es da tatsächlich ein (geschlossenes) Restaurant und eine Toiletten/Duschanlage habe ich auch entdeckt.

Er hat mich dann an eine jüngere Frau ‚übergeben‘ und die sprach auch sehr gut Deutsch. Und im Gespräch mit ihr stellte sich heraus, das ich wohl der einzige Übernachtungsgast auf dem kompletten Platz war. 😳 Ich hab nicht gefragt ob überhaupt schon mal jemand da war, der Platz sah in Ordnung aus, Strom vorhanden, für eine Nacht vollkommen OK. Auf Wunsch könnte sie mir auch noch eine Kleinigkeit zu essen anbieten und ich antwortete, dass ich darauf gerne zurückkommen würde. Da ich die freie Platzwahl hatte, habe ich die Dackelhütte vor ein paar Bäumen aufgestellt und bin erstmal duschen gegangen.

Und auch an den Sanitäranlagen gab es nichts zu bemängeln, alles pikobello. Keine Ahnung weshalb da so wenig los war. Sollte mir aber auch egal sein… Da es schon etwas später geworden war, bin ich dann mal die paar Meter zur Rezeption gestiefelt und habe gefragt, ob das Angebot mit Futter fassen noch gelten würde. Denn so langsam machte sich der kleine Hunger bemerkbar. Sie würde mir etwas fertig machen, allerdings könnte sie, weil das Restaurant geschlossen hatte, nur eine kalte Platte anbieten. „Reicht mir vollkommen“ habe ich geantwortet und knappe 15 Minuten später bekam ich das auf dem nächsten Foto serviert.

Dazu gab es ein Fladenbrot in Tellerminengröße und ein Bierchen. Ich habe dann mal höflich gefragt, ob das alles für mich sein sollte oder ob sie noch Gäste erwarten würde. Da hat sie gelacht… Um es kurz zu machen: Ich habe mindestens die Hälfte nicht geschafft. Bei einem zweiten Bierchen haben wir uns dann noch etwas unterhalten und da habe ich auch gefragt, weshalb denn hier so wenig los sei. Das läge wohl daran, dass der Platz ziemlich hügelig sei und für Wohnmobile eher ungeeignet, allerdings wäre hier im Sommer meistens voll, weil viele junge Leute dort mit Zelten campen würden.

In der Zwischenzeit war es dann 22 Uhr geworden und ich habe mich dann mal in meine Dackelhütte verzogen. Eben musste ich dann knapp 25 Euro löhnen, für Übernachtung und Essen. Da kann man nicht schimpfen! Da es dann gestern Abend etwas später war, gibt es diesen kleinen Beitrag also erst heute. Ich hab auf meiner Privatwiese übrigens bestens geschlafen, zumindest bis heute morgen um halb 5. Da ist dann wohl der hauseigene Hahn aufgewacht und hat das auch hören lassen. Naja, ein paar Abstriche muss man eben machen aber solange es nur ein Hahn ist… Das gute an der frühen Stunde war, dass ich das hier noch bequem ins Tablet tippeln konnte. Man muss eben auch mal die positiven Dinge sehen!

Bilder von Ljubljana und Umgebung gibt es hier und ein paar Fotos von der Höhlenburg Predjama sind hier zu sehen. Auch als ich in Slowenien unterwegs war, habe ich häufiger mal angehalten und ein paar Fotos gemacht. Eine kleine Auswahl gibt es hier.

Gleich werde ich noch einen kleinen Stop in Rijeka machen und anschließend werde ich mich dann auf den Weg zu den Plitvicer Seen machen, mein vorerst vorletztes Ziel in Kroatien. Wie man so hört, isses da etwas mau mit Internet und/oder Handyempfang. Könnte also ein oder zwei Tage etwas ruhiger auf diesem Kanal werden, nicht wundern. Von dort aus geht es dann später erstmal in die Berge von Bosnien und Herzegowina. Bis dahin – Grüße aus Kroatien.

2 Kommentare zu „Die letzten Ziele in Slowenien

  1. @Hans Einige Bilder der Höhlenburg haben mich an Pekelne Doly, die Bikerhöhle, in CZ erinnert.

    1. @TRex @Hans In die kann man aber reinfahren, hier wäre das ein kleines Problemchen. 😏

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